Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Sachen wir züerst nadh 4en'-bedauerlichen: Eirblindungsursachenj Z die' fast mit 
unvermeidlicher Nothwendigkeit. ihre Quote stellen übd schon in ihren Anfängen iaöt 
aller Therapie Trotz bieten, so überrascht uns bine relativ niedrige Zahl. Es sind die 
abgeborenen Amaurosen, Hydropbthaltnus adnatus, Glioma retinae, Erblindungen nach 
Nervenfieber, Sölutio retinae, Retinitis pigmentosa und haemorrhagica, Atrophia in 
optici und maligne Tumoren, in summa ß9 %>.,■ dapuntpfl 12%/ dev<jn Blindheit gegen 
über; der cuusalen Gehirnerkrankuug einigepmaiss,ep , in,, den, tüntergiyunl; P’itf. %>» 
gibt’s wenig zu helfen 1 Gegen Heirathen, unter Blutsverwandten wird, auch .vo^^pde; 
rer Seite vergeblich angekämpft, gewiss, ist das Mahnwort positiver Thatpaohen auch 
aus dem vorliegenden .Gebiete' .* dringend genug. Dip Prophylaxis der Myopie ist 
jüngst in:eine neue Phase getreten ,und vielleicht , auch gegen ihre ybplsten Folgen 
nicht unwirksam. Manche Fälle von genuiner oder unerklärter Atrophia iy optici 
waren fast reif für meine Tabellp, — das fStryohnin hat Mi*: mir. enfcogep, Pie früh 
zeitige Exstirpation maligner Tumoren sichert oft die Erhaltung des Sehvermögens 
wenigstens auf dem nicht b^V$?5>efl v A u f?Jhi ,,u '' 
eine bedauerliche. Zugabe bi^- zun» baldigen Exitps lotalisy 
Die übrigen 61% der ursächlichen, Uebel sind dagegen einer sehr erfolgreichen 
Therapie zugänglich #Ä?i des 
hjjtung der traurigen Ausgänge das Mögli^e aufgeboten, — upd man braucht .die 
Grenzen des Möglichen nicht ?p weit zu stecken, — so,.behaupte ich: dass Blennor 
rhoe a neonatorum und acute Exantheme (15%) aus der ätiologischen Blin 
denstatistik schwinden, dass die durch B n tz ü n d urige n, Verletzungen und 
Glau c o in entstehenden Amaurosen mindestens auf die<Hälfte (24%) reducirt werden 
müssen. Die absolute Heilbarkeit der Blqnnorrhoea neonatorum und durch acute 
Exantheme bedingten Conjunctivitis ist anerkannt. Dank dem unsterblichen Ver 
dienste v. Gr life's hat die Iridectomie die ( Malignität des Glaucoms bezwungen, — 
und doch sieht man, wie viel Kranke noch hülflos bleiben, bis. das kostbare Augen 
licht unrettbar erlischt. Das weite Gebiet der Entzündungen entzieht sich einer ein 
fachen Discussion; die Kritik der Einzelfälle aber berechtigt zu der Consequent, dass 
auch hier wenigstens in der Hälfte der Ausgang in Erblindung rechtzeitig durchaus 
nbzuwenden war. Die Prophylaxis der primären Augenverletzungen findet kein sehr 
dankbares Feld. Zweckmässige Schutzbrillen von Marienglas oder feinem Draht für 
die exponirten Arbeiter sind ein gar dringendes Erforderniss; die unvorsichtigen 
Spielereien mit Flitzbogen und Zündhütchen können wirksamer eingeschränkt werden. 
Es bedarf aber der Erwähnung, dass die meisten Erblindungen nach Traumen durch 
sympathische Ophthalmie zu Stande kommen, find datte Vfae Zaghaftigkeit der Ophthalmolo 
gen die Frage der Enucleation des primär affiöfrtbn Blüblis VRdle&hf m'K'h IWhs’xb^sbbfil 
bidiamlclt.. ln Summa: Sind in der Gegenwart 40% difh'ErbliiiÜtfÄgeft''ttbabWemlbifr, ko 
sind auch 40% absolut vermeidlich, und um den Rest von 20% schwanke dfe* K*äirijff.' Feh
	        

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