Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

20 
gerade bestehende hohe Fieber bezogen werden konnte. Ebenfalls waren ain Herzen 
keine Veränderungen, die aut die Nieren hingedeutet hätten, zu constatiren. 
Unzweifelhaft waren es die eigenthüinlichen Verhältnisse unseres Falles, die 
ein deutliches Hervortreten, der sollst charakteristischen Erscheinungen der genuninen 
Schrumpfung der Nieren verhinderten. Der Stoffwechsel des Patienten war, weil er 
sich meist, sehr ruhig verhielt, ein ganz geringer; die tägliche Harnrnenge konnte 
also nur gering, das spec. Gewicht des Urins kein sehr niedriges sein. Eiweiss abei 
wurde deshalb nicht nachgewiesen, weil keine Momente auf den Patienten wirkten, 
die eine Steigerung des Blutdrucks zur Folge hatten, eine Bedingung, die den Austritt 
von Albuinen aus den Gefässen befördert. Der arterielle Blutdruck war im Gegentheil 
sehr vermindert; anfangs war Patient überhaupt ganz pulslos, und auch später lag 
er meist regungslos im Bett — Das geringe Oedem der unteren Extremitäten , das 
sich bei den ersten Gehversuchen einstellte, musste man beim hehlen aller andern 
für ein Nierenleiden charakteristischen Erscheinungen auf die allgemeine Schwäche, 
zurückführen, und die mässige Hypertrophie des Herzens, welche die Section ergab, 
war während 'des Lebens deshalb nicht nachzuweisen, weil die vorderen Lungenränder 
emphysernatös waren und die Herzdämpfung eher verkleinert als vergrössert erscheinen 
liessen. — Die genannten Umstände, glaube ich, erklären, wie eine so hochgradige 
Degeneration der Nieren keine deutlichen Symptome machen, und bis zum Tode 
unerkannt verlaufen konnte. 
Zum Schluss möge es mir gestattet sein, meinen hochverehrten Lehrern, den 
Herren Professoren Bartels und Heller, für die grosse Güte, mit der sie mir das 
Material für diese kleine Arbeit zur Verfügung stellten, sowie für ihre Bemühungen 
und Rathschläge meinen aufrichtigen Dank hiermit auszusprechen. 
7/ 
k\ n*>f>n^ii 
i; bnfi 811 h 
r lUfI 08l.fi 
mi
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.