Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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oder aus der Zwischenpyramidensustanz nur massig viele geschrumpfte Glomeruli 
sieht — aber immer weit mehr als an den gleichen Stellen der rechten Niere, etwa 
in gleicher Anzahl, wie dort in Schnitten aus der Nähe der Peripherie, — so erblickt 
man auf Schnitten, die dicht unter der Albuginea weggenommen sind, an vielen 
Stellen keine Spur mehr von normalen Knäueln, sondern nur hochgradig atrophische. 
Dem entsprechend verhalten sich dip Harnkanälchen: je näher der Pyramide, desto 
reichlicher und besser erhalten sind sie, während sie nach der Peripheri hin spar 
samer worden und in Massen von Bindegewebe eingelagert erscheinen. Ganz dicht 
unter der Albuginea, an den Stellen, wo auch nur hochgradig atrophische Malpighische 
Knäuel sich zeigten, war von Harnkanälchen keine Spur mehr, sondern nur reich 
liches fibrilläres Bindegewebe zu sehen, das sich concentrisch um die geschrumpften 
Knäuel legte. Die von normalen Glomerulis ausgehenden Harnkanälchen boten auch 
in der linken Niere keinerlei Veränderungen dar, ebenso verhielten sich auch hier 
die Gefässe überall normal. — In einzelnen Harnkanälchen der Pyramide fanden 
sich kleinere Strecken mit feinkörnigen Bacterieninassen ausgestopft. 
Hoden. Das derbe Gewebe der Hode besteht auf den ersten Blick nur aus Binde 
gewebe ; erst wenn man die Präparate genauer durchgeht, und namentlich nach Zu 
satz von Essigsäure sieht man, aber nur sehr spärlich, bräunlich gewundene Gebilde, die 
wohl als die entarteten Samenkanälchen aufgefasst werden möchten; gut erhaltene 
Epithelien sind in ihnen nirgends zu erkennen. Ob andere, etwas häufiger sich zei 
gende cylindrische Stränge, die ein feinkörniges Aussehen haben, ebenfalls jedoch noch 
weiter entartete Samenkanälchen, oder aber Bindegewebe mit den Resten derselben 
sind, ist nicht zu entscheiden. Die erst beschriebenen bräunlichen Gebilde fanden 
sich nur im linken Hoden, und zwar an den auf dem Durchschnitt etwas hervor 
tretenden bräunlichen Stellen, während der rechte fast ganz ans Bindegewebe bestand 
und nur wenige Stränge mit feiner Körnung enthielt. 
Samenbläschen. Der Inhalt der Samenbläschen, der gelblich braun gefärbt 
ist, besteht aus geschrumpften rothen Blutkörperchen, freien Kernen, kleinen braunen 
Pigmentkörnchen und aufgeblasenen, epithelartigen Zellen mit grossem Kern. 
Samenfäden sind nicht aufzufinden. 
Vas deferens. Ein aus einem frisch angelegten Durchschnitt des Vas deferens 
gedrücktes Tröpfchen gelblicher Flüssigkeit zeigt an Formbestandtheilen: braune 
Pigmentkörnchen, freie Kerne und oben beschriebene epithelartige Zellen; auch hier 
keine Samenfäden. 
Brustdrüse. Die hypertropischen Brustdrüsen bestehen fast nur aus fibril 
lärem Bindegewebe; sehr sparsam in dasselbe eingelagert finden sich cylindrische, 
körnige Zapfen, die vielleicht als atrophische Drüsengänge zu deuten sind. Drüsen 
bläschen sind jedoch nicht nachzuweisen.
	        

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