Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Das Rückenmark zeigt keine besondere Veränderungen, nur ziemliche zahlreiche 
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Herz. Im Innern der Herzmuskulatur sieht man hie und da kleine gelbliche 
Knötchen und Streifen eingesprengt, die bei einem mässigen Druck auf die Schnitt 
fläche hervorspringön; sie ergeben sich bei mikroskopische Untersuchung als reines 
Kettgewebe. — Die Muskulatur des Herzens selbst zeigt reichliche PigmentUörnehen- 
anhäufung, verhält sich aber sonst' gani normal. 
Leber. Die Leberzellen enthalten mehr oder weniger reichlich Fctttröpfehen 
eingelagert; wie gewöhnlich, so sind auch hier die Zellen an der Peripherie der 
Läppchen mehr mit Fett gefüllt, als die im Centrum um die Vena centralis 
Während dort meist ein einziger grosser Fettropfen die ganze Zelle erfüllt und den 
Kern derselben verdeckt finden sich hier neben dem Kern mehrere kleine Fett- 
tröpfchen eingelagert. Der Uebergang zwischen diesen beiden Extremen ist ein 
allmählicher • etwa in der Mitte sieht man schon mehrere der kleinen zu einem 
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mittelgrossen Fetttropfen zusammen geflossen, daneben oft noch kleinere in derselben 
Zelle, bis schliesslich die ganze Leberzelle, von einem Fetttropfen eingenommen wird. 
— Das Bindegewebe um die Pfortaderäste ist mässig hyperplastisch, jedoch durch 
aus nicht in dem Masse, wie es bei beginnender Cirrhose der Fall ist. 
Nieren. Die rechte Niere, obschon nur mässig verkleinert, zeigt mikroskopisch 
doch schon hochgradige- Veränderungen. Diese betreffen besonders die Partieen in 
der Nähe der Albuginea. Hier ist stellenweise die Mehrzahl der Glomeruli — bis zu 
% sämmtlieher — entweder vollkommen geschrumpft oder doch im Beginn der 
Schrumpfung. Man sieht sie als helle, stark glänzende Körper, mit, stark verdickten 
Wandungen; von Gefässen ist in den vollkommen geschrumpften nichts mehr zu 
erkehnen; in den weniger atrophischen sieht man hie und da noch einzelne Gefnbs- 
schlingen, in andern glänzende Kerne. Nach den Pyramiden hin nimmt die Zahl 
der zu Grunde «re^angerien Malpighischen Knäuel bedeutend ab; ebenso finden sich 
in der Substanz zwischen den Pyramiden geschrumpfte Glomeruli in geringerer 
Menge, jedoch fehlen sie auch hier nii’^erids ganz. In der Nähe der geschrumpften 
Knäuel sieht man helle Bindegewebszüge, die an manchen Stellen’ direkt von den 
atrophischen Glomerulis ausfcugehen scheinen, und die man geneigt sein könnte für 
die untergegangenen abführenden •Harnkanälchen zu nehmen. Bei Schrumpfungen 
geringren Grades sind die Harnkanälchen auch schon mehr oder weniger im Beginn 
der Atrophie. Sonst sind die Harnkanälchen völlig gut erhalten und normal, das 
Epithel derselben überall sehr deutlich und scharf begrenzt. Ebenst» verhalten sich 
die Gefässe vollkommen normal, namentlich tet keine VCrdickung ihrer Adventitia, 
wahrzunehmen. — Die linke Niere zeigt weit gröbere Veränderungen. Auch hier 
bemerkt man eine Zunahme der Zahl der gescKruihpftett Knäuel von den Pyramiden 
au s zur Peripherie der Niere. Während man in Schnitten dicht über den Pyramiden
	        

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