Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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29. Jan. Die K.-T. ist bis morgens um 10 Uhr auf 35,4° gesunken, steigt 
aber um 12 Uhr nach einem warmen Bade auf 38,8°, P. 84, sie fällt dann abermals 
bis Abends 8 Uhr auf 37,0°; erst ein Bad bringt sie wieder zu der Höhe von 38,2° 
Puls 92. 
Erst heute gelingt es, den Harn aufzufangen. Die Menge beträgt nur 450 
CCrn ; es ist jedoch nicht gewiss, ob das die ganze 24stündige Menge ist, da Patient 
nicht Acht auf sich giebt und oft unter sich gehen lässt. Er hat ein spezif. Gew. 
von 1013, ist klar, ziemlich dunkelbraun, von massig saurer Reaction, ohne Eiweiss. 
irn 'Sediment kein Eiter, noch Gerrinnsel naohzuweisen. 
30. Jan. Die K -T. sinkt bis 8 Uhr morgens auf 30,0° um 12 Uhr bis aut 
35,8°; es wird wieder x /z Stunde warm gebadet, worauf sie um 4 Uhr auf 37,6° an 
langt, abends jedoch schon wieder auf 37,0° fällt. 
1. Febr. Gestern früh 10 Uhr fiel die Temp, wieder auf 35,8°, erhob sich 
aber spontan, ohne dass ein warmes Bad gegeben wurde, abends allerdings nur bis 
36,6°. Auf dieser Höhe hält sie sich heute Vormittag, steigt dann nachmittags wieder 
spontan bis 37,4°.— Der Puls ist im allgemeinen langsam; erreicht nur selten 80, 
sinkt aber öfter unter 60 Schläge. 
Pat. hallucinirt viel, jedoch ohne seine Umgebung dadurch zu stören; seine 
Vorstellungen sind stets harmloser und heiterer Natur. Der Schlaf des Pat. ist gut, 
Appetit gering. Aufstehen kann Pat. noch nicht. Beim Versuch auf das Closet zu 
gehen, knickt er sofort zusammen und muss kräftig gestützt werden; Stuhlgang erfolgt 
täglich einmal. 
Die Tagesmenge des ausgeschiedenen Harns betrug gestern 600 Ccm, heute 
1100, spec. Gew. 1013, ohne Eiweiss. Gehalt an Harnstoff 6—9 Gr 
7. Febr. Warme Bäder waren seither nicht mehr noting; die K.-T. sank 
allerdings am 2 /2 nochmals bis auf 35,0°, erhob sich dann aber von selbst am 3. 
und 4. Febr. bis auf 37,0°, in den letzten 3 Tagen bewegte sie sich zwischen 36,4° und 
37,8° Puls zwischen 56 und 58. — Auch die tägliche Harnmenge hob sich dauernd, 
sie betrug zwichen 850 und 1050 Ccm. der Harn selbst war klar, dunkelgelb und 
ohne Eiweiss und Gerinnsel. Spezif. Gew. 1013—1017. Harnstoffmenge 8—10 Gr. 
Pat. hat dabei lebhafteren Appetit und nimmt mehr Speisen zu sich; er ist 
täglich eine kurze Zeit ausser Bett und stellt Gehversuche an. — Das psychische 
Befinden des Pat. hat sich hingegen eher verschlimmert als gebessert; er wird von 
seinen hallueinatorischen Vorstellungen vollkommen beherrscht. Auch nachts sogar 
verlässt er zuweilen in der Idee, abr,eisen zu wollen, sein Bett und wandert irn 
Zimmer umher, ohne sich zurecht finden zu können. Der Schlaf ist sonst im Allge 
meinen gut; Stuhl normal, 
16. Febr. Die K.-T bewegte sich bis zum *% zwischen 37,6° und 36,2 Ü , stieg 
dann wieder allmählich bis zum 13. auf 38,0° und etwas darüber; auf dieser Höhe
	        

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