Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Nachtrag zu den akten der ersten sizung. 
In dem additional manuscript des brittischen museums no. 12,156, {vgl. W. Wright’s: Catalogue 
of the Syriac Manuscripts in the British Museum, Fart II p. 639, no. DCCXXFX) befindet sich seite ol v 
5 bis 6F col. 3 ein auszug aus den akten der ersten sizung der zweiten synode zu Efesos, welchen 
Timotheos der ai lüros, bischof von Alexandrien, ebendaselbst seinem buche gegen die synode von 
Chalkedön einverleibt hat 332 . Er macht mit der dmXaXiü des Erasistratos, bischofs von Korinth 
(vgl. Mansi, concil. coll. VI,911B), fol 58 T col. 1 oben den beschluss und fährt fort: „Und ebensolche 
[urteile] fällten auch Basileios [bischof von Seleukeia Isauria’s] und alle bischöfe und 
50 archimandriten.“ Unmittelbar darauf steht [was also, wenn es griechisch vorhanden iväre, etwa bei Mansi 
VI, 935A folgen würde] : 
Als dieses alles geschehn war, schrieb die ganze synode insgesammt an 
den könig Theodosios also: 
Wenn jemand euer lauteres (tvuyrjg) und christliebendes königthum eine quelle der 
55 gottesfurcht und reinen bekenntnisses sowie glaubens nannte, so würde er nicht über die 
Wahrheit hinausgehn. Dessen ungeachtet ist er sogar gerechtfertigt, nicht in dem maasse, wie er 
sollte, worte zu haben, die im stände wären, die grosso der gottesliebo zu preisen, welche 
euch, o preises würdigste und siegi’eicho königc, das geleit giebt: denn es strömt täglich von euch, 
o ehrerbietige, den unter eurer herschaft stehenden: labetrunk (seqjä) wahrhafter erkenntniss Gottes 
26 zu. Möge eure serenität (mhütkön) niemals aufhören, diesen geistigen und belebenden ström (redja) 
über die ganze erde zu ergiessen, sowie sie auch die königliche gewalt besizen möge. Da diese 
sich nicht sowohl (tooovto) mit waffcn, als vielmehr durch gottesdienst feit: so seid ihr dadurch euren 
feinden gegenüber stark geworden und werdet es (fol 58 v 2) beständig sein, da der könig der könige 
wegen eurer Wachsamkeit für den orthodoxen glauben die himmlischen (colläje) hcerschaaron 
25 unsichtbar gegen sie aufstehn lässt. Dieses gut schüzt eure königlichen szepter vor dom untor 
gange und macht sie denen, die sich wider euch erheben, furchtbar. Euch liegt nicht allein die 
sorge ob, dass das mcnschongeschlecht von dem kriege der barbaren errettet werde, sondern auch, 
dass es vollständig unbehelligt bleibe und bewahrt werde vor der einführung neuer ausdrücko 
(hadtüt qäle, xairoifcovtce) 333 seitens andersdenkender, die da frevel, wie tödtliches gift auf einen pfoil 
*> streichen, und gegen die seelen ungelehrter einen verderbenbringenden schuss (mhötä) senden, der 
dem körper [zwar] kein loch (bezcä), aber dauernden tod über die seele bringt. Nun ist bekannt, 
dass eure gottesfurcht sowohl vor Zeiten, als auch jezt, jene gläubigo und christuslicbonde sohnsucht, 
sogar zu eifern für don herrn, erregt hat, und sehr mit recht dazu bewogen hat, nach dem ausdruck des 
Propheten, die geistigen waffen und schild zu ergreifen und zum beistande unsers orthodoxen und 
35 tadellosen glaubens aufzustehn; denn man hat leute, dio ihn zu zerrütten beflissen waren, und 
zwar keineswegs von fern, ertappt; vielmehr haben sio sich selber durch [ihre] werke entlarvt: dass 
sio andre dingo als die jünger Christi disputieren und einen ihnen fremden (irtQur) irrthum predigen. 
Darum habt ihr uns durch euer lauteres (tinyf) schreiben befohlen, uns in der stadt Efesos zu 
versammeln und zu Iüannes dem thoologen zu eilen, mit dessen [hilfe] schon früher die väter 
dom Nestorios, welcher sich gegen den rühm Christi gewappnet hatte, mit dem schwerto des 
geistes die zungo ausgeschnitten haben, indem sie den seligen Kyrillos in jenem schönen kämpfe 
zum anführer hatten. Als uns nun das schreiben eurer serenität, wie eine starkdröhnondo und 
gläubige drommete, zum kampf für den glauben aufrief: da liefen wir, ein jeder von andrer seito; 
jener aus weiter ferner, dieser von nah, ein andrer aus der mitte: alle von allen seiten, nach der 
4 5 stadt des Iöannes und Timotheos herbei, wo wir uns alle versammelten, zu dem tempel der 
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