Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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[3. Rundschreiben des erzbischofs Dioskoros an die bischöfe, anfangs 
unvollständig.'] 
[die bücher desNestorios und seiner abgesezten gesinnungsgenossen sollen vernichtet werden, damit 
wir nicht] (fol 107 r ) das land durch die anstrengung und den willen derselben verlieren (naubed); 
5 auch [in dem falle], wenn die (hälein) unrichtig gesagten [worte] mit andern [verfasser]namen ge 
schmückt werden: da es sich ja von selbst versteht (lies: kad tehwe oidicä), dass die [glaubens]säze 
(evv&tatis) der heiligen und rechtgläubigen väter, welche wegen [ihrer] rechtgläubigkeit beifall 
fanden und welche [gleich sehr] gottesfürchtig in beiden heiligen [Efesischen] synoden 
sind, definiert wurden, um auf ewig zu gelten (neohdün, x<?«r«iv); sintemal sie schön (d) und aus- 
drücklich (hattitäoit) enthalten 323 : „auch dass durchaus nicht dogmen oder auseinandersezungen 
irgendwelcher leute, welche dem genannten glauben, d. h. aber, der sazung der dreihundert bischöfe, 
und den bestimmungen der beiden in Efesos versammelt gewesenen synoden eintrag thun. dürfen 
vorgezeigt werden; oder dass, sobald sic erscheinen, durch sie dürfe einfluss gewonnen werden 
(nehwe bhön hailä); vielmehr sollen sie eben auch dem feucr überliefert werden, als solche, die 
15 dem frieden des heiligen und makellosen glaubens entgegen sind. Denn dass es [wirklich] so sei: 
dass die [glaubens]sazung der dreihundertachtzehn bischöfe und die bestimmung (Soo?) der beiden 
heiligen genannten synoden, [wie die Untersuchung ergeben habe] 324 , für jedermann untadelhaft, und 
des richtigen glaubens mütter sind: hat sowohl der christliebende könig selbst durch gescz fest- 
gestellt (lirfWfi«), als auch wir alle mit freude und dank aufgenommen. Auch dürfen wir jenen 
20 [punkt] nicht verabsäumen (nbajjfjar), den ebenfalls das allgemeine gesez vieler fürsorge worth ge 
halten hat; denn es besagt 325 : „keiner von denen, welche [ansichten] des Nostorios oder ihm 
ähnliche (oau doakwäteh) gehegt haben, dürfe zur priesterwürde gelangen; sondern es solle eben 
auch der, welcher durch usurpierung (htüfjä) [priester] geworden sei, von der ehre des priesteramtos 
ausgeschlossen und nicht in die zahl der priester gerechnet werden; (fol 107'') solche 319 vielmehr 
25 sollten verfolgt werden, sodass sie weder in die häuser [lies: bbättö) noch in die gemeindeversamm- 
lung von irgendwem aufgenommen würden; indem, wer dem gesez zuwidcrhandle, die vom gesez 
befohlenen strafen zu fürchten habe“. Dieses ist, was von unsrer seite [zu sagen ist]. Doine 
frömmigkeit aber ist verpflichtet (wäle), alles diess den ihr unterthanen (lno X n\> t <n) metropolitan 
bekannt zu machen und, dass sie es beobachten, ihnen [in der weise] abzuvorlangen, dass ihnen die 
3o Stimmabgaben (/7s: \pypiübersandt werden, und dass dieselben alle [diejenigen] unterschreiben, 
welche mit dem von dem christusliebenden und barmherzigen könig beschlossenen einverstanden 
sind, und alles recht befohlene beobachten mit aller Wachsamkeit (ctrütä). Dessgleichen soll auch 
unsorm gottliobonden königo vermittelst berichtes {ävagoQÜ) bekannt gemacht werden, dass ge- 
rechtigkeit in allen denjenigen [Verordnungen] beobachtet worden sei, welche einerseits unsre [so] 
35 serenität gerecht bestimmt hat; andrerseits freundschaftlich besorgt hat (habbibaoit sammes) der 
durch seine grosse hervorragende {gtynlonQiniarnrog) tribunos und notaries praitorianos Eulog[ios] 3 ” 
Die treue und bomühung dieses [mannes] haben zwar auch bei vielen andern [gelegonheiten], nicht 
am wenigsten aber bei denjezt in Efesos geführten Verhandlungen, sowohl unser christusliobendor 
könig entgogengonommen, als auch wir sehr bowundert, sofern wir seino angosehenheit (nahlnrlita, 
4o nf(>tfllfnTOT>is') vielfach erprobt haben. 
Formular (pehmä) der Unterschrift. 
Ich, PF, bischof der stadt NN, habe das in diesem gesez oben geschriebene unterzeichnet, 
vertrete es alles und bin einverstanden, jegliches zu beobachten (fol 108 r ), was in diesem brief ge- 
45 schrieben steht, ohne etwas hinzuzusezen oder von dem in denselben eingesezten wegzulassen.
	        

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