Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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des herrn nicht schaue“ [Ies. 26,10]; denn dass solche (of«»/) damals herabgestiegen war und die 
versammelten umblizt (mabrqä) hatte, wird man nicht bezweifeln, falls man einen richtigen und 
heiligen verstand anwendet und der stimme dos herrn (mäoränäjä) eingedenk ist, die klar ausge 
sprochen hat: „Wo zwei oder drei in meinem namen versammelt sind, da bin ich unter ihnen“ 
5 [Matth. 18,20]. Wenn nun, sobald bloss zwei oder drei zum guten versammelt sind, alsbald (qalliläolt) 
Christus unter sie tritt (häwe) und (kad) bewirkt, dass die hörer vor der Versammlung zittern und 
sich fürchten: warum (71(5?) scheuen sich [da] gewisse leute nicht vor dem unterfangen, (imßakofifvoi), 
die synode in Efesos zu verkleinern und sie von der einst in Nikaia gewesenen heiligen 
Synode loszuhalbieren, während doch beider aufgabe eine war: zusammen für den rühm (äd{«) 
»o Christi zu streiten? die eine hat den Areios, die andre den Nestorios abgesezt (sdai); 
die erste liess der ganzen weit keinen irrthum; allein auch die nach ihr hat, die [beschlüsse] 
jener bestätigend, einen unverwelklichen (dlä häme) kranz gebunden. Was aber ist es wieder, 
was [da] bewegt 
15 [Lücke: diese läge hat nur vier blätter; es fehlen sechs (oder sechzehn!). Es folgt der Schluss 
desselben brief es:] 
[und hoffe, dass deine frömmigkeit] (fol 99 r ) diejenigen zurechtweisen wird, welche begierig sind, 
ich weiss nicht wie, dem frieden der kirchen bei uns und bei euch zu entgleiten (lmcsrae men), und 
20 viele nicht allein von denen im Orient, sondern auch von den ehrerbietigen mönchen bei uns 
skandalisiert haben. Denn diejenigen, die von dort hergekommen sind, wandern in den klüstern 
in Alcxandreia umher und sagen diese [dinge] denen, die sich vor den eitlen lockungen (nottafe) 
der weit zurückgezogen haben. Diese nun (dV) sind in aller aufrogung (sgäsä) und sagen nur dieses 
eine: „Wer uns gestört hat (dlah), erdulde aburtoilung, wer es auch sei“. Deiner frömmigkeit [sache] 
** ist es nun, sich zu überlegen, in was für bcstürzung (dlühjä) auch wir uns befinden; und was sie 
zu veranstalten habe, das im stände wäre, die menge zu überzeugen; endlich, unsern brief in der 
gemeindoversammlung vorzulescn. Wenn, einem der wenigen, die an Christum glauben, ärgorniss 
zu geben, ein vollständiges, hartes und gültiges (liassmä) urteil nach sich zieht (oit Iah), so ist noth- 
wendig, sich zu überlegen, zu welchem ende es zielt (häjrä), diese vielen münche in murren und 
3 o gedauken zu bestärken; indessen, unser erlöscr vermag jeden aufruhr zu beseitigen (nrndkaztHv): denn 
in ihm leben, weben und sind wir. 
Dioskoros, bischof von Alexandroia, sprach: Diese heilige und grosso synode 
hat vernommen, was ich an den gottesfürchtigon (fol 99') bischof Domnos geschrieben habo, da 
ich den frieden der kirchen überall unerschüttert erhalten wollte; und ihr werdet mir bezeugen, 
35 dass ich nichts pflichtwidriges (1 harr men wälitä) gelobt habe (oestaudit). Mögo eure gottesfurcht zu 
urkund sagen, ob ich etwas ausserhalb richtiger rede (hSyog) geschrieben habo. 
Die heilige synode sprach: Diese [worto] stimmen mit denen der vätor üboroiu; 
dieso sind aussprüche der väter; diese stimmen mit dem richtigen glauben überein; dioso stimmen 
mit dem glauben der väter überein. Diess sind dio dogmon der in Nilcaia; dieses stimmt mit den 
40 beiden synoden überein. Wer dieso [briefe] geheim hielt (tassi), ist kein rechtgläubiger! wer diese 
nicht vor aller äugen las, ist kein rechtgläubiger. Der Verleumder dieser ist kein rechtgläubiger; 
wer diesen entgegengeseztes geschrieben hat, ist koin rechtgläubiger! 
Dioskoros, bischof von Alexandreia, sprach: An den aussprüchen eurer gottes 
furcht haben wir auch den eifer erkannt, der in eure herzen gelegt ist. Greruhet nun noch anzu- 
15 hören, was von ihm an mich geschrieben wurde.
	        

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