Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

67 
trott bei der empfängniss selber die von ihm angenommene natur, das ist: einen vollkommnen 
menschen, mit sich vereinigt hat (haijod). Dass ich also glaube, bekenne ich; diejenigen aber, 
welche anders als so denken, und die beiden, unvermengt vereinten, naturen unsers herrn Christi, 
eine natur nennen, anathematisiere ich, und (fol 90 v ) nenne sie der gottesfurcht fremde. Sollte 
5 sich aber nach diesem schriftlichen bekenntniss, das ist, abschwörung (iiia/uoaia) zeigen, dass ich 
etwas andres dächte, oder je Unterrichts (dräsa) halber disputierte, oder zu hause lehrte — denn eure 
frömmigkeit hat befohlen, uns an den in der kirche stattfindenden Unterweisungen genügen zu lassen, 
und ich solle überhaupt nicht disputieren — so bekenne ich, der ehre des pricsteramtes fremd zu 
sein, als kezer anathematisiert, und den staatsgesezen ausgelicfert werden zu müssen. Und dass ich 
10 dieses mit meinem willen und mit nichten vergewaltigt, geschrieben habe, habe ich bei der heiligen 
drcicinigkeit und der barmherzigkeit der siegreichen herrn des erdkreises geschworen (oimit). 
Dioskoros, bischof von Alexandreia, sprach: Ihr habt diese papiore (/«quo,) 
verlesen hören. Nun (gcir) sollte der ehrerbietige presbyter und erste der notare, Iöannes, noch 
sagen und mittheilen, ob noch etwas in seinen händon ist. 
15 Iöannes, presbyter und erster der notare, sprach: In dem leztvergangnen jahr 
kam ein bekannter (oidicä) mönch nach Alexandreia, namens Theodos [ios], der noch andre 
mitschleppte (naggid hwä), und sagte vielerlei über Theodöretos, gewesenen bischof von Kyrros, 
und über den gottesfürchtigen Domnos, bischof von Antiocheia. Er zeigte aber auch zettel 
mit auslcgungen, die in Antiocheia gesagt worden sind, und mit geschrci (ixßoyatis) vor (pettqe d 
20 fossäqe wdaqcätä, mtrixta). Als in Alexandreia nun viel lärmcns (sgäsä) entstand, alle klüster 
hinauf zogen (slequ!), zu (fol 91 r ) unserm heiligen und gottliebenden erzbischofe Dioskoros hin 
traten und kaum durch die geschickte (mhirtä) kunst desselben heiligen erzpriesters in Ordnung 
gehalten worden waren: beschloss seine Seligkeit, an den gottliebonden Domnos, bischof von 
Antiocheia, zu schreiben. Somit schrieb er den ersten brief und übersandte ihn durch klerikor; und 
26 derselbe gottliebende bischof, dessen erwähnung geschah, schrieb ihm eine rückantwort (ebad cenjänä). 
Er schrieb einen zweiten brief, und auch den erwiderte jener; sämmtliche papierc tragen 
wir [bei uns]; und zeigen es euch eben an, damit ihr befehlet, wenn ihr wollt. 
Thalassios, bischof von Kaisareia, sprach: Die papiore mögen gelesen und dem 
treuen Wortlaut (nCarts) der denkschrifton einverlcibt worden. 
311 Iöannes, presbyter und erster der notare, las: 
Während bischof Theodöretos auslegto (mfassoq) und sagte: „üott hat den menschen 
angenommen, wenn es auch manchen (lonäsin) nicht gefällt (säfrä);“ und ferner: „Thema[s] hat 
den, der auferstanden war, befühlt; und den, der hat auferstohn lasson, angebotet“, schrie das volk 
folgendes: „Diess ist der glaube der apostcl! das ist der glaubo der rochtgläubigkeit! Diodöros’ 
:tr > und Th coder os’ glauben ist das! wie Diodöros und Theodores, glauben wir ebenfalls! nach 
der sakra nimmt niemand den glauben an! wir sind knechte der apostcl! die feinde der kirche sez 
ab! die kezer sez ab! die gottespeiniger (mahhsai oalähä) (fol 91 v ) sez ab! sez dio Verleumder ab! 
den Eutyches und Maximi[a?]nos“ sez ab! die kezer sez ab! anathema übor die beiden! 
das kloster des Maximi[a?]nos möge sofort verbrennon! mög er von hier dahin gehn! ein 
4,1 Satanas ward er, kein mönch“! ^Vähreud diess todtenbestattor (xo^tör«»), loichcnträgor (IfxT»x«pio») 
und tafeldecker (? sädöre) 30 * und [andre], aus der klasse (rny^a) der brüder 304 \ untor (bainät) dem Volke 
schrieen, sprach Theodöretos dolmetschend (mfassoq) zum volko: „Der Jizreelit Naboth 
ward gesteinigt, weil er das erbe und den Weinberg seiner väter nicht hergab, indem er sprach: 
«Ich werde meiner väter erbe nicht hergeben“ [3 kön. 21,6]. Auch ihr eifert für der väter dogmeu, 
45 indem ihr sprechet: «Wir werden unsrer väter erbe nicht hergeben“. Auch ist es keineswegs etwas 
9»
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.