Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Tyros ein exemplar geschickt hat, — [als ein mann] wegen den bis jezt vieles, unzähliges volk 
(A«öf) nicht mit Paulos, als einem Nestorianer, gemeinschaft gehalten hat, sondern sich sogar von 
ihm hat verfolgen lassen. — Ferner möge, was in betreff desselben ehrerbietigen Alexandros 
von dem seligsten Kyrillos und dem unter den frommen [weilenden] Proklos, und von der 
heiligen, nach ihnen {so!) versammelten synode beschlossen ward, nach gebühr und kanon von eurer 5 
frömmigkeit bestätigt werden. 
Ich, diakon Heliodöros; und Symeön, Abraham und Geront[ios] haben 
diese libelle präsentiert, indem wir durch den ehrerbietigen Iöannes unter 
schrieben haben. 
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Abschwörung {U-u/uoaia) des presbyters Pelagios. 
An die heiligen und gottlieb enden: 303 ' herrn erzbischof Domnos; und 
Theoktistos, Geronti[o]s, Sabbä[s], (fol 89 v ) Theodöretos, Iülianos und Iülianos 
{so), Damianos von Sidön, Eustathios von Aigea {.4lyias), Meletios: [entbietet] der 15 
presbyter Pelagios in unserm herrn gruss. 
Weil personen aus [der zahl] derjenigen, welche mit mir beständigen Umgang haben, 
(häwein bcenjäni) eurer frömmigkeit, der heiligen kirche zuwiderlaufende dogmen zu ersinnen und 
auszusprechen schienen — sie streiten nämlich dafür, dass Gott, das wort, durch Verwandlung fleisch 
geworden sei, und dass das fleisch unsors herrn sich in die natur der gottheit verwandelt habe, und 20 
wollen gottheit und menschheit als von einer natur erweisen — und eure frömmigkeit hierdurch 
veranlasst, mich kommen Hess, um mir eine cntschuldigung {«nokoyia) wegen dieser schlimmen 
dogmen abzufordern — denn es hatten einige gottesfürchtige presbyter eurer frömmigkeit noch 
angezeigt {ii)£ö«^c(v): ich habe, sagten sie [htm], die lehrer der kirche Juden genannt . darum 
mache ich diese abschwörungschrift, vermittelst welcher ich der Unterweisung der heiligen väter 25 
gemäss bekenne: einerseits, dass einer ist der sohn Gottes, der menschgewordene Gott das wort, 
gleich wie auch einer Gott vater, und einer der heilige geist; andrerseits bekenne ich {ö^okoyü tfs) 
dio gottheit und die menschheit des menschgewordnen; und nach der Vereinigung sind sie unvermongt 
(dlä bolbälä uavy/vrot) geblieben: weder dass Gott, das wort, durch irgend welche Verwandlung 
fleisch ward, noch dass das fleisch in die natur der gotthoit verwandelt wurde; sondern: dass nach .io 
der auferstohung das fleisch unsers herrn leidlos, unvergänglich («<f,?« ? ro?) und unsterblich (dlä mautä) 
ist; und dass es durch die herlichkeit {<Sil«) der gottheit, dieweil es Gottes, des wertes, leib ge 
worden ist, vorhorlicht wird; dabei dennoch aber (fol 90 r ) in den gränzen der [menschlichen] natur 
verharrt und den Charakter (fjalmä) des menschlichen behält; gemäss dem ausspruch der heiligen 
engel: „Dieser Jesus, sagten sie (lam), der von euch gen himmel emporgestiegen ist, wird ebenso 35 
kommen, wie ihr ihn gesehn habt gen bimmel fahren“ [Apg. 1,11]. Ebenso hat auch unser herr 
selbst nach der auferstohung zu seinem jüngem gesagt: „Fühlet mich an und sehet, dass (j) ein geist 
nicht fleisch und bein hat, wie ihr sehet, dass ich habe“ [Luk. 24,39]. Ich anathematisiere also die, 
welche sagen, Gottheit und menschheit Christi seien eine natur geworden; und dio, welche der 
göttlichen natur leiden anhängon (maqqfin) und die eigenthümlichkeiten beider naturon nicht zu- to 
gestehn: leidlosigkeit der gottheit einerseits und leiden der menschheit andrerseits. Einen sohn 
bekenne ich also, denselben: vorzeitlichen Gott; und am lezten der tage {in la/ürov r<5»- n^iqUv), 
menschen; sohn Gottes und vater, als Gott; und sohn David’s, als mcnschen; zwar sohn David’s 
gemäss der menschheit genannt; aber sohn Gottes gemäss der Gottheit; geboren von der jungfrau 
Maria nach dem fleisch: aber ebensosehr nenne ich die heilige jungfrau auch gottesgebärerinn, weil 4s
	        

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