Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Nestorianer ist: er solle sich, vor der gemeinschaft mit ihm in acht nehmen; und wenn er sich auch 
nicht daran kehrte (cnä), so haben sie [damit doch] sowohl die kleriker zu zeugen genommen, als 
auch der gemeinde {ka6e) eine Verwarnung {na^ayyekia) ertheilt. Während diese dermaassen 
[vor]gingen, und alle dortigen klöster, kleriker und weltliche sich dem Uran[ios] entzogen: trat 
jener mann, nachdem er zu Theodöretos geeilt war und veranstaltet hatte, dass sein eigner 
hruder, obschon er noch knabe (taljä) war, von ihm die handauflegung der diakonenwürde empfing 201 ; 
ausserdem auch kirchengold ausgestreut hatte: dann [erst] bei dem gottesfürchtigen Domnos, 
bischof von Antiocheia, ein, und diesem 2 “‘“ schien, so zu sagen wegen bezauberung von seiten 
Theodöretos: einer, der sich so albern gezeigt hatte (oestattl), bewährt genug (oetbql), durch 
blosse schreiben (and y^a^ätav xpdiäv) zum bischof [ordiniert] zu werden, sodass die klöster 
und die [kleriker] in der stadt [Emesa] im ärgerniss gelassen worden sind, da sie seine untaug 
liche (ifaiiktj) erziehung wohl kennen. Darum habe auch ich, indem ich die gottesfurcht vor äugen 
hatte, und die Verwüstung jener kirche und die auflösung der kanones der heiligen väter [mit] ansah, 
troz solches alters, mein klöster mit meinen mitbrüdern verlassen, und bin zu eurer heiligkeit fassen 
gelaufen; und durch mich erflehen alle rechtgläubig gesonnenen mönche, die sehr zahlreich sind: es 
möge eure heiligkeit befehlen, dass die Verlesung der briefe der bischöfe der hyparchie [Foinike 
Libanesia] geschehe, deren metropolit, der gottesfürchtige Theodöros von Damaskos, sogar 
hier ist, und selbst persönlich das von ihm geschriebene und von uns gesagte, aus dem eure 
frömmigkeit erfahren kann, wie sich der ehrerbietige bischof Domnos und Theodöretos gegen 
den kanon empört haben, zu bestätigen vermag; und sie möge in Wahrheit die heerde Christi von 
dem Nestorianer Uran [ios] befreien (tharrar), welcher auch in die absezung des gottliebenden 
presbyters und archimandriten Eutyches seine handschrift ungesezlich gesezt hat, da er nicht bischof 
ist; der ferner {di) nach eignem gutdünken («5r avröi) und auf’s grathewohl (bscgmä) hand auflegt, 
und dadurch viele Unordnung in den kirchen anrichtet; ferner den Strateg[ios], zwei und zwanzig 
jahro leser derselben kirche, in die kurio {iig rö ßovkiv-t^Qiov) ausgeliefert hat 202 , weil er den von 
den bischöfen der hyparchie geschriebenen [verwarnungsschreiben] folge leistete ; ebenso ferner in 
der stadt Arkai, in einer andern hyparchie 203 , jezt [= vor kurzem] den ehrerbietigen Timotheos 
inthronisiert hat, welcher zwar [nur] von unserm heiligen vater und bischof lübenalios zum 
bischof von Psaltön Palais tine’s 2031 ordiniert worden sollto (hwä häwe), den [aber] der gottes 
fürchtige bischof Domnos ausser der ordnung der kanones nach Arkai versezte (oaubleh), (fol87') 
mit dem befehl, Uran[ios] habe durchaus nichts, als {ij) die handauflegung (sjäm oidaijä) des 
selben vorzunehmen. 
Ich, Markellos, presbyter und münch, habe diese libelle an die heilige 
grosse und ökumenische synodo, welche durch Glottes gnade und unsrer barm 
herzigen und christusliebenden könige gottesfürchtigen eifer in dor metropolis 
Efesos versammelt ist, gerichtet. 
Bitte und flehn von diakou Heliodöros und den mönchen Symeön, 
Abraham und Geront[ios]. 
Allen frieden und stille (yakijvti) genossen Gottes unglückliche (dawjatä) kirchen im Orient 
in den tagen Iöannös’, frommen andenkens 204 , und der vor ihm [erzbischöfe] gewesenen seligen 
väter. Aber bereits von dem Zeitpunkte an wurden sämmtliche kirchen mit beunrubigung und Ver 
wirrung erfüllt, als der gottesfürchtige Domnos auf Veranstaltung (sqäl tacnä) des heiden 
Isokasios 201 ', und andrer, die den tänzern «•?«») nachzulaufeu pflegten, bischof wurde, indem 
er ohne wähl w ' und [ohne] bischöfe, die sich gewöhnlich dahin zur handauflegung des zu ordinieren 
den (dhau dhäwe) versammeln: den bestimmungen (Spo») und kanones zuwider in der zehnten stunde 
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