Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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redet Christus! hau auch die wurzel ab! eifersüchtig bist du [Domnos] auf den recht 
gläubigen herrn [Dioskoros] gewesen! auch die wurzel schneid ab, rechtgläubiger! kein rest 
bleibe vom Nestorios! allzeit siegreich, wird Christus siegen! 281 das kreuz hat gesiegt, wird 
immer siegen! der königo jahre zahlreich! siegen wird der glaube der königo, siegen der glaube 
5 der rechtgläubigen! die da schweigen (slein) 295 , sind kezer! die wurzel schneid ab! die wurzel soll 
ruhe haben (L. nauhä nehhe)! auf eurer fürsorge beruht der glaube! 
Iöannes, presbyter und erster der notare, sprach: (fol 85 v ) Wir haben noch 
andre an eure heilige synode gerichtete ^Imdfdofifvovi) libelle gegen den gottesfiirchtigen bischof 
Domnos, und eine von dem ehrerbietigen Pelagios, presbyter von Antioch eia, praesentierte 
10 abschwörung (tlwpoaia) und zeigen diess eben an. 
Stefanos, bischof von Efesos, sprach: Mögen die libelle ebenfalls gelesen, und in 
die Verhandlungen gelegt werden. 
Iöannes, presbyter und erst er der notare, las: 
An die heilige, grosse und ökumenische synode, welche durch Gottes 
15 gnade und unsrer barmherzigen und christusliebenden könige eifer hier ver 
sammelt ist: bitte und flehen von dem presbyter und mönch Markellos und den 
brüdern mit mir. 
Ein grosses Unwetter (xtifuöv) hat die heiligen kirchen im Orient ereilt, o heilige! und es ist 
aus einem fünkchen (prahrühütä) vieles feuer gesezlos entbrannt, und hat nun schleichend [wie] eine 
2ü böse krankheit ein übel nach dem andern in die kirchen cingeschleppt. Nämlich die häupter (reisäug) 
der kirche [= bischöfe] 285 “, welche das schlochtgläubige dogma des Nestorios festhalten, ver 
folgen die rechtgläubigen und werden den gemeinden (kaoi) beschwerlich, indem sio die dogmen 
jenes unthiers (d haijütä hau) predigen. Urheber aller dieser übel uud des Verderbens (oabdtä) 
des Orients ist der ehrerbietige Domnos, bischof von Antiochoia, welcher diese ordiniert 
25 hat, und Theodöretos, der ganz voller frevel steckt, diese [macht] wie durch verrath von jenem 
[Domnos] empfangen, und einem (fol 86 r ) wilden ober gleich die schaafe Christi vorsprongt hat. 
Doch nicht ewig hat ihnen Gott, der von ihnen verunglimpft wird, seine langmuth gewährt; denn 
er hat unsern barmherzigen und christusliebenden könig mit göttlichem eifer aufgerogt und diese 
eure heilige, grosse und ökumenische synode hior versammelt, damit sie den sturm in stille ver- 
wandle, diejenigen welche des Nestorios ansichten theilen, als desselben zweige zerbreche (tfassah), 
die kirchen des Orients, die mühsal gehabt haben, zum wenigsten (oäfen) jezt tröste, und die 
rechtgläubigen, welche verfolgt werden, in frieden erhalte, während eurer hoiligkoit der heilige geist 
beisteht. Ausserdem aber hat der ehrerbietige bischof Domnos die kirche von Emosa (Hemjj) 
umgestürzt, und veranlasst, dass ihre güter (xQ^aru) in den fiskus (ut/jtToy) einträton 290 . Obgleich 
33 nämlich die gottliebcndcn bischöfe von Foinike Li banes ia 28 ’ kanonisch auf den gottos- 
fürchtigen bischof Petros hand aufgelegt hatten, vermass sich Uran [i o s], ein seinem lobens- 
wandel nach verderbter und von vielen häufig als Weichling [rafja] überführter monsch, den 
stuhl dersclbigen kirche unkanonisch ohne gebot und herabrufung (qrajta, inixktjtrii) der göttlichen 
gnade 298 an sich zu reisson, indem ihm hierbei Judon, heiden und possenroisser (jtT/xo») halfen und 
ihm das heilige evangelium, sagt man (lam), aufs haupt legten 29 “, während die gottosfürchtigon 
bischöfe der hyparchie [Libanesin] gewalt litten (qtiräoit dbirln). Die lezteren flohen von 
dort, schickten dem ganzen klerus schriftlich eine Verwarnung: 2 “ 0 (fol 86 v ) er dürfe mit dom 
U r a n i o s keine gemeinschaft halten und ihn nicht als seinen bischof betrachten; und sezten 
auch eine strafo für ihn fest, falls er sich einbildcn sollte (nestragrag), bischof geworden zu sein- 
<5 Ebenso schrieben sie auch an Yalerios, bischof von Laodikeia [am Libanon], der ein
	        

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