Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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bestimmung[en] (oyo») der hier versammelt gewesenen heiligen väter, [enthalten] waren, die ihrerseits 
(hennön) (fol81 r ) nicht das geringste der art befohlen haben: da riss der grosse und wunderliche Theo 
dore tos dem presbyter das buch aus der hand und befahl einem der seinigen, es ans feuer zu bringen 
(nqarreb). Nahe dabei, wo das buch dem feuer preisgegeben ward, befand sich ein bad (ßcdavtlov). 
Merkt nun, bitte, auf die heilige und belebende dreifaltigkeit! — obschon (oella), was geschah, 5 
betrauernswerth ist: kSobald nämlich als das buch ins feuer fiel, hob sich hieraus eine flamme 
(gauzaltä) empor, sezte sich (kad simä) an den [wasserjkessel (x«hxtTov) und verzehrte ihn, sodass 
das kupfer desselben sammt blei zerschmolz, wie [viel] wasser man auch auf all das feuer goss. 
Diess wird als unverwischbares bild der Vermessenheit dessen, dessen erwähnung geschah, vor Gott 
und menschen dienen (häwe); auch bei den damals anwesenden haben diese [begebenheiten] darum JO 
keine geringe trauer hervorgerufen; und wir bitten eure frömmigkeit sich nicht bei der geringfügigkeit 
[unserer] rede aufzuhalten, sondern die Schlechtigkeit der handlung zu betrachten: ob das je irgend 
ein feindlicher heide, sage heiden ('Flkyjvfs), Juden oder kezer, gegen die kirche gewagt hat?!; erbarmt 
euch mit Gott auch des Orients, eines nicht geringen mit frevel durchkneteten theiles der weit, 
indem ihr Gottes Sachen (r« iov &(oi) um des heiligen glaubens willen, (fol 81 v ) der verworfen >5 
worden ist, beschliesset. 
Ich, Kyriakos habe dieses libell mit eigner hand geschrieben und 
präsentiert. 
Presbyter Kyriakos sprach: Ich ersuche darum, dass auch die klagepuDkte ( XUfjCtk CCltt) 
verlesen werden. 20 
Thalassios, bischof von Kaisareia, sprach: Auch sie mögen vorgelesen werden. 
löannes, presbyter und erster der notare las: 
Klagepunkte aus der predigt (torgämä) des bischofs Domnos: 
Drei tage nachdem sie den ehrerbietigen presbyter Pelagios ergriffen, geschlagen, fort 
geschleppt (garruhi) und ihm eine frevelhafte abschwörung abgedrungen hatten, predigte (targe m) 25 
Theodöretos beim gottosdienst in der Pauls kirche und sprach: „Thomas hat den, der auf' 
gestanden ist, betastet und den, der auferstehn liess, angebetet“; und nach ihm stieg bischof Domnos 
hinauf und sagte, indem er ihn lobte — denn das that er gewöhnlich — nachdem er vielerlei von 
ihm gesprochen, auch dieses: „Zum seligen Petros sprach er: [Apg. 10,13] Steh auf, Petros, 
schlachte und iss! und niemand sündigt, wenn er auch zu dir spricht: Theodöretos, steh auf, *> 
schlachte und iss!“ Ferner: als derselbe bischof Domnos am mittwoch der grossen woche, [vor 
ostern] 2,1 während er Vorbereitung traf, die drei tage später zu taufenden, der taufe zuzuführen 
(nqarreb), bei der katechisation (martjauütä) predigte (targem), hielt er, nachdem er [erst] wenig 
gesagt hatte, weiter fortfahreud seine linke hoch empor, zeigte mit seiner rechten [darauf] und 
sprach folgendermaassen: „Gestalt, und: gestalt! Weder Gottes gestalt verwandelte sich in die :r> 
knechtsgestalt, noch verwandelte sich die knechtsgestalt in Gottes gestalt. Diese ass, diese ass 
nicht; diese ward müde, diese ermüdete nicht; diese schlief, diese schlief nicht; diese ging, diese 
ging nicht“. Ferner: „Folgendes euch zu sagen, verdriesst mich nicht, macht euch aber [desto] 
vorsichtiger [Philipp. 3,1]: Das eigenthümliche von Gottes gestalt ist, dass er unveränderlich 
(lämestagne, ttvakXotunos), unwandelbar (itTQtnros). unfassbar, unsichtbar, untastbar [so rand; text falsch: 40 
la mestges], leidlos, unerkennbar ist; dagegen das eigenthümliche der knechtsgestalt ist, dass or 
veränderlich, wandelbar, fassbar, sichtbar, tastbar ist, dass er stirbt, bereut“ (täoah NB). Und nach 
wenigem sagte er ferner: „Verwirre (tbalbel) die zweiheit der naturon nicht!“, während Piper io s 
(Pipirios) Eutyches und Theosebios, die frevelhaften Nestorianer, gegen ihm über (lqobleh) 
schrieen, dass sie es so wollten. Ferner nun, als in Antioch eia der befehl der barmherzigen könige is
	        

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