Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Iübenalios, bischof von Ierusalem, sprach: Die libelle mögen angenommen 
nnd gelesen werden. 
Iöannes, presbyter und erster der notare, las: 
An die heilige und gottliebende ökumenische durch Gottes gnade in der 
5 Metropolis Efesos versammelte synode: von presbyter Kyriakos. 
Diejenigen welche Gott preisen, anzunehmen, und welche ihn lästern, zu hassen, ist uns 
von eurer heiligkeit gelehrt worden; die wir auch jozt eure frömmigkeit auffordern, einerseits der 
lästerung abbruch zu thuu (ttikün), andrerseits den glauben derjenigen zur geltung zu bringen, 
welche stets Christum zu preisen lieben. Die umstände der sache selber sind, als in wenigem, in 
1« folgendem [enthalten]: 
Domnos, bischof von Antiocheia, seiner [eignen] ansicht verkläger, hat von anfang an 
als frucht seiner frcundschaft zu Theodörctos, bischof der Stadt Kyrros, gezeigt, dass er mit 
ihm verkehrte („war“); sich dazu verstand (nqabbol), anstatt Gott zu fürchten, an dessen frevel öffent 
lich mitzuwirken: dass er, was von allem das schlimmste ist, mit denselben lästerungcn [wie jener], 
15 sich gegen den herrn des alls, Christus, ausschmückte und der kirche (fol 80 r ) fortwährend backstreiche 
versezte (pakkä naqcs hwä); ihn aber frovelhafterwcise mit einer menge lobhudeleion emporhob, 
nachdem er ihm in der kirche ein haus errichtet und ihn dort, anstatt in seiner stadt, hatte wohnen 
lassen; indem er [ihn] beständig vator nannte, [ihn] in dessen abwescnheit selig pries (jäheb loh tube), ihm 
an andre empfehlungsbriefc gab 164 , ferner (dein) sogar kommunikant war eines [manncs], welchem der 
20 barmherzige könig damals, als er zugleich beschloss 165 , dass jener Eirönaios von Tyros dem 
[kirchen]dienstc fremd sein sollte: durch oberherlichc erlasse (»fT« »laniafiaTa) verboten hat, 266 irgend 
wo ausser seiner stadt, auch nur hin zu schauen. Dieser Domnos, dessen erwähnung geschah, hat 
aber sogar den Eirönaios nicht aus seiner gcmeinschaft gestossen, und man sah ihn im gegen- 
theil mit den göttlichen, von dem christusliebenden könige gegebenen, befehlen insofern in streit, 
25 als er des Eirönaios absozung, die dem könige gefallen hatte, nicht verwirklichte (sarrar); auch 
nahm er Theodörctos’ wegen den frevelhaften Flavianos zum mithelfor, auf andriugen 
jenes 2 " (mcttol tbacteh d hau). Und was darauf [folgte], schreien deutlich dio thatsachen, auch wenn 
wir es nicht sagten: ersohütterung der kirchcn, Verwirrung der hoerdon, bolästigung eurer, hoiligo 
priester! und Umsturz des ganzen erdkreises (olxov^ptf) zumal befürchtete man (sbaru doitauhi), als 
3« der genannte frevelhafte Flavianos die von ihm über den glauben in Könstantinüpolis 
geführten Verhandlungen an jene beiden bischöfo im Oriont, und durch sio an andre, (fol 80 v ) 
wider uns (dalqoblä düan) sandte 266 . Was aber Theodore tos selbst nach der grossen dieser 
vorangehenden synode, welche die in Nikaia [beschlossenen silzo] bestätigt hat, fortwährend gegen 
den glauben gothanhat: wer könnte das genügend erzählen? Bringt er doch unablässig ihm gleich- 
* gesinnte [zusammen], die er durch Schriften im frevel bestärkt, indem er den gesezgobenden heiligen 
vätem neue und befleckte aussagen entgegenstellt, von denen wir einzelne (x«n< nfe»f) bei uns 
haben (ntirän). Und 16 “ grade (tüb) um eino [glaubons]sazung [wie die] des Thoodoretos 
zu verurteilen, ist jenes verbot (Spo?) aller heiligen vätcr, welches bereits (men qdim) von derselben 
einst hier versammelt gewesenen synodo ausgegangen ist, 1,0 entworfen worden. Wer abor kann 
<u dio befleckung der [werte], die sie kürzlich (rvr) gewagt haben, aussprechen? vorstehen 
sie [die worte] doch die herzen der gläubigen schon beim blossen anhüren (edammä 1 semcä) zu 
besudeln! Er hat sich nämlich einmal zu sagen vermessen: „man müsse anders taufen, nicht nach 
der heiligen Überlieferung unsers erlösers“; und als der anwesende presbyter, derselbe, welcher jozt 
zur metropolis gekommen ist, um ebendiess alles eurer heiligkeit zu berichten, dem widersprach, 
45 und ihm ein buch vorwies, in welchem die säzo der dreihundertachtzehn heiligen väter und die 
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