Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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skandalisierte und sie veranlasste, da sie jeder Schlechtgläubigkeit aus weichen (nadein), sich von ihm 
rechtschaffen ahzuwenden: soll, sowohl weil er der verderhung (loabdtä) unzähliger seelen gefrühnt, 
ferner auch alle kirchen des Orients getrübt, den samen der Schlechtgläubigkeit gepflanzt, und so 
viele, als er mit seinen händen erreichte, arglos (psite) zu seinem frevel hinübergezogen hat; als auch 
andrerseits, dieweil er dabei von der [auffassung], die unser seligster (saggi tübe) vater und bischof 5 
Kyrillos auseinandergesezt hat, das gegentheil zu denken und zu schreiben gewagt hat: dem sämmt- 
lichen dienste, ehre und grade (ßn&/,i6s) des priesteramtes fremd sein, aber auch von der gemeinschaft 
der weltkinder ausgeschlossen werden (nctkle); und es sei allen gottliebenden bischöfen und klerikcrn 
auf dem erdkreise kund, dass, wofern jemand so vermessen sein und ihn nach (fol 76 r ) diesem 
richtspruche und synodischer Verdammung (hüjäbä) irgendwo aufnehmen, oder bei ihm sein nnd an 10 
seinem tische theilnehmen, oder blosse Worte an ihn richten sollte: er an dem göttlichen gerichts- 
hofe vor dem richtstuhl {ßw«) sich zu entschuldigen (neppoq rühä) und hierüber zu verantworten 
haben wird, als welcher so vermessen gewesen ist und das von dieser heiligen und ökumenischen 
synode festgesezte (r« missachtet hat. Ferner: es möge das heut verhandelte auch zu den 
barmherzigen und christusliebenden obren der siegreichen könige empordringen, auf dass deren 
barmherzigkeit des Theodöretos Schriften, die jeglicher frevelhaftigkeit und Schlechtgläubigkeit 
voll sind, dem feuerbrande preiszugeben befehle. Sofort aber mögen die notare Demetrianos, 2S11 
Flavianos und Primos zu dem gottliebenden Domnos, bischof von Antiocheia, gehn 
und ihm alles, was heute verhandelt worden ist, vorlesen, damit auch er öffentlich kundgehe, welche 
gesinnung er dem verhandelten gegenüber hegt. 20 
Die heilige synodos sprach: Dieses ist ein richtiges urteil (dlnä). 
lübenalios, bischof von Ierusalem, sprach: Dass Theodoretos, der dem 
glauben der gottesfurcht und dem früher von der heiligen synode in Efesos festgesezten entgegen 
stehendes zu schreiben sich vermessen hat, dem grade der priesterwürde und der gemeinschaft der 
göttlichen Sakramente fremd (fol 76') sei, urteile auch ich; nehme ferner auch jedermann 25 
zum zeugen, das man zu ihm auch nicht die geringste (hdä) gemeinschaft haben, und ihm weder salz 
noch blosses wort spenden soll. 
Thalassios, bischof von Kaisareia der Ersten Kappadokia, sprach: Ich 
befehle, das Theodöretos, welcher der vater und Schriftsteller (säfrä) des frevelhaften dogma’s 
(jollfänä) des Nestorios seit seiner jugend bis zum hohen (naggirtä) greisenalter war; der in 30 
lästerungen gegen unsern herrn Christus gross gezogen ist: dem grade der priesterwürde fremd 
sei, ohne dass ich ihm irgendwie mit Christen gemeinschaft gestatte. 
Eusehi[0]s, bischof vonAnkyra der Ersten Galatia, sprach: Theodöretos, 
der dem von Kyr ill os heiligen andenkens gesagten entgegen stehendes geschrieben hat (avviyt,«yi), 
hat sich als einer herausgestellt, der die gewissheit unsers glaubens (cfdj«) hasst (oidic hü, d bad- 35 
sane 1 hattitütäh). Demnach werde er also der ehre des priesteramtes und der gemeinschaft der 
weltlichen für fremd geachtet. Denn seit er an einer mit dem dogma (jollfänä) des Nestorios 
verwandten lehre (ba hjänütä d) erkrankt ist, hat er sich seihst der ehre des bischofsamtes beraubt. 
Iöannes, bischof von Sebasteia der Ersten Armenia, sprach: Theo 
doretos, der an derselben Schlechtgläubigkeit wie Nestorios erkrankt ist, muss auch dasselbe 4i> 
urteil (fol 77') empfangen; und weil er zu dem gespei seiner lästerung zurückkehrt, oder 
vielmehr (hänau dein) nie von ihr abgelassen hat (pis), gebührt sich’s, dass er auch der ehre der 
priesterwürde entkleidet und von jeder gemeinschaft mit Christen ausgeschlossen w’orde: er, der ohne 
die Unterweisungen der väter, ohne die göttlichen schriftep, und ohne irgend ein sonstiges von den 
zum behufe des tugendhaft werdens göttlich gesprochenen [Zeugnissen], als ein längst verworfener 45
	        

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