Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Ferner aus derselben schrift: Folglich hat er dasjenige (hau meddem) angenommen, 
welches kein eigentliches (*»<?'«) Heisch hatte, und, während es vorher sterblich gewesen, durch 
Gottes, des Wortes, kraft, der (die?) es eingenommen hat, der Unsterblichkeit gewürdigt ward; (fol 74 v ) 
und durch jenen (hau) erfreute sich das ganze menschengeschiecht der hilfe. 
5 Ferner aus derselben schrift: Er selber möge sagen, ob der angenommenen natur 
die anbetung jedermanns von natur angehört, und [ob sie] dieser von Gott, dem wort, nicht wegen 
der Vereinigung gewürdigt worden ist? Wenn sie aber von der ganzen Schöpfung desswegen angebotet 
wird, weil °sie sich Gott, dem Worte, anfügte (nqef, sein tempel genannt ward und des 
eingebornen fleisch wurde: so ist die lösung [= deine Widerlegung] überflüssig (jattirä) und sehr 
io streitsüchtig (herjäj); andrerseits der psalmist (zammära) [Ps. 8,25] ein lästerer und sehr vermessener. 
Du hast aber oft gesagt, dass auch dir diese [ansicht] wohlgefällt, und hast sogleich, nach wenig 
[worten], gesagt: — 
Ferner aus derselben schrift: Wenn nun der Gott des alls hat durch Gott, das wort, 
das fleisch auferstehen lassen, und das wort des herrn, welches an die luden ergangen ist [Io. 2,19], 
io sich als wahr erwiesen hat; und er den tempel hat auferstehn lassen, der von diesen [aufgelöst 
worden war; der von den todten auferstandene aber Iesus Christus ist: so nennst also auch du den 
herrn Iesus: fleisch. . 
Ferner aus derselben schrift: Selbst also die mit Gott, dem wort, auch nach deiner 
rede gemeinschaftlich an der ehre, dem rühme und den andern ermächtigungen (soltäne) theilhabende 
2o knechtsgestalt ist hierzu nicht von natur wegen, sondern (fol 750 von Vereins (?««) wegen gelangt. 
Ferner aus derselben schrift: Wie [ist] nun in Wahrheit mensch der Gott von 
natur und der Gott in Wahrheit? Denn zu dem ausdruck (oVo/n,) „Gettos“ passt das „von natur“ 
und „in Wahrheit“; zu dem „des menschon“, einerseits in bezug auf die knechtsgestalt, das: “in 
Wahrheit“, andrerseits in bezug auf Gott, das wort, das: „vermöge der einrichtung“ (mdabbranaoit, 
6 0ix0 ,. 0fitx ü s ). Denn die angenommene natur ist mensch in Wahrheit; der aber, der diese angenommen 
hat, einerseits Gott in Wahrheit; andrerseits, wegen des begrifles (mettol mellta d) der „einrichtung“, 
auch mensch, nicht indem er in diesen verwandelt worden ist, sondern indem er die menschliche 
natur angenommen hat. 
Wiederum aus derselben schrift: Sondern nachdem er diese Worte vergessen und 
30 die andre Unterweisung (*«fa««lte) ausgelassen hat, ist er wiederum zu seiner bosheit umgeschwenkt 
und hat bemäntelnd (mhappjäoit) des Apollinarios lästerung ausgesprochen und ausgeschneen: 
„Einen sohn sagen wir, wie die väter gesagt haben, und eine flcisebgcwordeno natur des worts“. 
Habt acht auf die tücke (marrirutä, notice) der rechtgläubigen] Unterweisung! Während er nämlich 
zwar solche Worte, wie sie von den rcschtschaffonen bokannt werden, hervorstechend (dannihaolt) 
35 vorangestellt hat: ’„einen sohn“: hater „eine natur“ - die aus den lästerungen des Apollinarios 
aufschiesst, - hinterdrein gebracht, dazu aber das: „flcischgewordcno“ gefügt,^ weil er sich 
vor cntdeckung der lästerung fürchtete. Denn ganz das gegentheil hiervon (fol 75') ist bei den 
heiligen vätern zu finden: denn sie haben fortwährendzwei naturen gepredigt. Nennst du nun 
den Apollinarios, Eunomios, Asterios und Actios 11 " väter? Sie haben doch diese 
<o lästerung erzeugt! 
Dioskoros, bischof von Alexandreia, sprach: Der vordem und jezt frevelhafte 
Theodöretos, welcher von seinem frevel nicht abgelassen hat, sondern bis jezt noch bei seinen 
ir> lästerungen geblieben ist, sodass er selbst die ohren der barmherzigen und chnstusliobenden könige
	        

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