Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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handlungen (mamlle) Platon’s, Aristoteles’ und der ärzte 245 lege aus (passeq); aber den 
Schriften komm gar nicht zu nahe“; und sprachen etwa folgendermassen zu mir: „Auch befehlen 
wir dir dringend an: disputier nicht im namen Iesu“. Und das (uevia) [thaten sie], ohne mich durch 
irgend welche bofragungen zu überführen, — ein verfahren (o/«), wie es nicht einmal in den Zeiten 
5 der heiden irgendwo jemand gewagt hat — indem sie unter sich abkarteten (oetlattaku), mich dazu 
zu zwingen, diese [abschwörungs]schrift mit eigner hand zu unterschreiben, und mich dahin brachten, 
dass ich schriftlich bekannte, es sei ohne Vergewaltigung geschehen. Und diess, könnte jemand sagen, 
haben sie [so] schlau angelegt, damit sie zu keiner zeit arg (qasjäoit) boscholten würden! Hegten 
sie etwa (aya) so viele furcht vor jedem solchen, dar dem in den kirchen erwachten irrthum des 
10 Nostorios aufzupassen im stände wäre, und das zeug hätte (sfaq), die von ihm ausgesäeten frevel 
zu widerlegen ? — obschon ich mir nichts weiter als eines bereiten und gesunden wollens bewusst bin. 
Harum bitte (fol G0 r ) und flehe ich eure fusstapfen (oeqbätkön) an, o heilige, jener [so] einst versammelt 
gewesenen bischöfe: zwar die hiebe, boschimpfungen und gefahren bis zum tode, welche sie über mich 
gebracht, vergebe und vergesse ich, und bete vielmehr für die, welche dieselben verursacht haben : 
15 denn wozu brauchen Christen, denen nichts so kostbar ist, wie für Christum zu leiden, menschliche 
rache? — und verlange nur das, was eurer heiligen synode zu geben ziemt, und mir anzunehmen 
pflicht ist (wäle). Was ist das aber? Dom glauben der heiligen vätor, den diese und, wie ich 
glaube, viele durch sie haben verderben wollen, schaffet geltung (caqqimu), und lasset nicht zu 
dass über ihn irgend welche schadenfreude entstehe; löset zum bekenntniss der Wahrheit meine 
2o zungo, welche aus neid über moino stille (saljüti) die obgenannten geknebelt haben (pakkaru); 
und öffnet meinen mund zur auslegung (possäqä) der göttlichen worte! Denn (z«i yü(t) es ist schlimm, 
dass ich zu schweigen verdammt bin, und dass meine stimme für die Orthodoxie erstickt ist! 
Wenn die heiligen väter für den horrn geeifert haben, wie geschrieben stoht: „erhöbet jezt mehr als 
vordem das waffen (fol G0 V ) Gottes“ [Efes. G,13]: so durchbohret tapfer mit der lanze dos geistos die 
25 Pflugschar der falschen hirton, d. h. aber: die grosso zahl schlimmer und wilder wölfc, die in der 
Stellung von hirten die harmlose heerde des guten hirten verdorben haben, und schlagot sie 
vollständig, die da ein fremdes dogma in die kircho eingeführt und das auserwähltc und bevorzugte 
geschlecht besudelt haben; verschonet nicht die, welche, wie Agag [1 Kön. 15,33] mit dom schworte 
des frevcls viele zu waisen gemacht haben (gazzTu); ahmt dem Elias [3 Kön. 18,40] nach, der 
30 obgleich ein einziger, gegen so viele baalspricstcr gekämpft hat und mit dem himmlischen richt- 
spruch des fouers über ihnen gekrönt worden ist; ihr, eine so grosse und solche schaar, ein heor 
von priestern und heiliger chorus, die ihr gegen zwei oder wenig mehr als zwei, dio von zweien 
entsprossen 240 sind, krieg zu führen habt, verbrennet ihr auch mit zungon dos fouers und heiligen 
geistes diejenigen, welcho [diesem] ein fremdes und irriges fouer beizumischen gewagt haben, welche 
35 die lehre des Nest or io s festhaltcn und welche den wie er glaubenden (<1o*«iov<ni>) cino rodofroihoit, 
die missbräuchlich (unecht, zefanitä) ist, gestatten: [namentlich] denjenigen, welcher briofo dor lcirche 
von Alexandroia und des hauptes hier dieser hoiligon synode, dio don glauben bosprochon, obgleich 
sie ihm (fol Gl r ) durch üborbringer gesandt worden waren, in Stillschweigen gehüllt; und obgleich or 
vielfach von denen, welche die schreiben bosorgt hatton (vno töv <httxov n a,'unm V r « yoiu^nu), daran 
io erinnert wurde, sie müssten in der kircho vorgolosen werden: dieses nicht gothan, sondorn beständig 
don frevelhaften Eirenaios begünstigt hat; und kaum, von des königs autorität gezwungen, statt 
seiner durch handauflegung einen andern ordiniert hat: auf dass dor rcbstock aus Sodom fortwährend 
Schösslinge bekomme (nohwön oit läh) und von dom todesweine, dor von jenen arglistigen [mieths]- 
arboitorn (päclö) zur Vernichtung (oabdänä) angebaut wird (motpallah), vielo tränken. Allein, Gottes 
45 zorn wartete nicht lange (ov noli). Denn „er sah sie begonnen und vollendet“, und befahl, dass eure
	        

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