Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

44 
ablegen, glaubhaft sind: wer dürfte da gegen die drei die dreifaltigkoit bezeugenden Synoden, d. h. 
aber, gegen die dreifaltigkeit selber, die sich mittelst ihrer selbst bezeugt, hierüber streiten, ohne 
von euch mit recht verurteilt zu werden? Indem ich diese [Verurteilung] sowie jedermann, auch 
meinerseits mit recht (sapplr, tv) verlange, bin ich zu dieser bitt[schrift] geschritten, und erwarte 
in dem, was ich erlitten habe, von euch, die ihr dem nuzen jedermanns von Gott gewidmet seid, 5 
beistand zu erlangen. Ich bin nämlich vom volke der Syrer, aus der nach Sonnenaufgang 
(madnähai semsä) zu [gelegenen] stadt Antiocheia; war von meiner jugend an freund eines stillen 
Wohnortes (comrä), einer von geschäften entfernten lebensart, der kost (saibartä) eines mönches, und 
eines Unterhaltes wie er durch berufungen nach aussen (wtorsäjä dabqerjäne {xk^eeis) dalbarr) [befriedigt 
wird] 240a ; ich hatte nur ein geringes besizthum menschlicher Weisheit erworben: so viel, dass ich wusste, to 
ich brauchte die erfindungen derer, welche die [kinder] der weit für weise (fol 58 v ) halten, nicht zu 
bewundern, und machte mich vielmehr dabei, die grossen und vollkommenen lehren, ich meine aber: 
der heiligen Schriften lehren, kennen zu lernen. Als ich meinem haar nach [noch] knabe war, 240b 
trat ich in ein kloster und genoss [nun] vollkommene stille, obschon ich arm und sündig war. 
Ich ward nun (dein) gewürdigt, fortwährend die allerheiligsten und göttlichen Schriften zu durch- 15 
forschen, und die in den göttlichen und unaussprechlichen mysterien verborgene Weisheit zu suchen; 
und sobald ich diese gekostet hatte, konnte ich nichts mit ihr vergleichen, das werth wäre, auf 
erden geliebt zu werden. Aber, als ich derselben ganz und gar war [thoilhaftig] geworden, sann 
ich, wie ich mir, und durch mich andern, etwas nüzlich werden könnte: indem ich bei nacht und 
bei tage eine Sammlung wahrheitsgemässer (rij yikutv) dogmen veranstaltete; und die ganze 20 
zeit hindurch über dieselben nachdachte, ohne meiner mangelhaftigkeit insoweit, als ich durch die 
liebe zu Gott gestärkt wurde, die hoffnung abzuschneiden. Allein derjenige hat es nicht gelitten, 
der beständig die gewohnheit hat, auf schöne Sachen neidisch zu sein. Theodöretos nämlich, 
der allen menschen als im kämpfe mit Gott [begriffen], ruchtbar (semcä) und bekannt geworden ist; 
der mit D 0mn0 s, bischof von Antiocheia, zusammen in der grosstadt Alexandrciaaus jeglichem 25 
mundo des (fol 59 r ) dortigen christusliobcnden Volkes als ein frevler verschrieen wird; und welcher: 
obgleich er [nur] erreicht hat, einer kleinen stadt oder vielmehr (hänau dein) burgflecken (xanQov) 2,1 Vor 
steher (qäjömä) zu werden: [als ein] in Wahrheit von Gott gehasster, aufgeblasener und prahlerischer 
Schänder, jener von allen unter dom himmcl befindlichen grössten und, mehr als durch grosso, 
allen andern durch gottesfurcht vorangehenden stadt [Könstantinüpolis] gegen sich einen solchen 30 
gerechten zorn beigebracht hat, dass sie sogar des königs ohren (masmactä) mit dom goschroi des 
ganzen Volkes und mit berichten {avuyoQuC) erfüllte —: dieser selbige hat im verein mit dem 
besagten Domnos, bischof von Antiocheia, der auf allo ruhostörungen (dlühjan), welche or 
[Theodörötos] wünscht, eingoht, sich der froundschaft zu dem bösen und frevelhaften glauben des 
Nestorios zu liebe, wider mich, meine friedfortigkeit (saljüti), mit krieg gewandt; und, indem sie 35 
mich mit dem schrecken bittrer gefahren (xiWtvo») erfüllten, haben sie mich wider meinen willen 
zu Stillschweigen verurteilt. Sie selber nämlich machten und sezten cine eidesschrift (iSioftoaia) 1 * 1 
auf (avvf&vxuv), verleumdeten darin gewisse leute, die mit mir Umgang habon, und waren so ver 
messen, einen entwurf (cvvVecis) eines glaubenspbekenntnisses] nach ihrem gutdünken (oaik dajjbau) zu 
machen, ohne sich auch nur ein bischen vor jener, dieser eurer heiligen vorangegangnen, Synode zu w 
fürchten, welche deutlich das gegonteil befohlen hat: (fol 59') „Niemand solle Vollmacht haben, ausser 
dom glauben der heiligen und seligen vätcr: weder zu schreiben (ovyyQ«<fitiv), noch auszulegon (so! 
lamfassäqü), noch abzufassen (<n/*w«v«*) a * ,s ; und fügten sogar hinzu, ich dürfte weder öffentlich vor 
jedermanns äugen disputieren, noch wagen, 211 heimlich zu unterweisen, welche zu lernen wünschten. 
Ferner: es hat unter den anwesenden bischöfen Theodörötos mündlich (rc*j/p«'f<«s) gesagt: Die ab- 45
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.