Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

Absezung Daniel’s, bisch of s yon Harran. 
5 Eulogios, presbyter aus Edessa, sprach: Als wir gegen den abgesezten Hibä 
dem heiligen und erzbischof Domnos libelle übergaben, hatten wir auch seinen schwestersohn 
Daniel, welcher bischof von Harran ist, des ehebruchs (gaurä), heiligthumsraubes und andrer 
punkto beschuldigt; und nehst uns hatten ihn ferner noch kleriker derselben stadt Harran be 
zichtigt: aber um Hibä’s behaglichkeit (njäheh d) willen wollte der erzbischof Domnos die 
[anklagen] gegen Daniel nicht prüfen, sondern befahl dessen mutterbruder Hibä, sein gerichts 
verhör anzustellen. Darauf nun belästigten wir den harmherzigen könig und er sandte uns zu den 
heiligen bischöfen Fötios, Eustathios und Uran [io s], damit wir die [anschuldigungen] gegen 
ihn sagten. Und wir sagten [sie]. Ich ersuche sie nun, auszusprechen, was das war, das vor ihnen 
geprüft worden ist? 
15 Iübenalios, bischof von Ierusalem, sprach: Es mögen die heiligen bischöfe 
Fötios, Eustathios und Uranios sagen, was sie in der Verhandlung über Daniel erfahren 
haben. 
Fötios, bischof von Tyros, sprach: Da ich die geführten Verhandlungen (r« 
Xtx t vt]fi(vu) mit der zeit vergessen habe, 204 dagegen der gottesfürchtige Eustathios diese genau 
20 kennt, so ersuche ich eure frömmigkeit, ihm zu gostatten, dass er die [einzelheiten] der Verhandlung 
klar berichte, (fol 48 r ) 
Dioskoros, bischof der grosstadt Alexandreia, sprach: Der gottesfürchtige 
bischof Eustathios möge, des gottesfürchtigen Fötios Vergesslichkeit (toejai) ergänzend und 
dessen ansicht und abstimmung (<plovy) erläuternd, sagen, was er in der sacho wider Daniel weiss. 
25 Eustathios, bischof von Berytos, sprach: Nachdem der den glauben betreffende 
gegenständ hinsichtlich (lwät) Hlbä’s betrieben worden, machten die ehrerbietigen kleriker der 
stadt Harran gegen ihren bischof Daniel [klage] wegen schandbarkcit der sitton anhängig. Wir 
stellten daher vielfache Untersuchung an, — denn er wurde in’s angesicht bezichtigt (metkses 
boappauhi) — und es ward dieser ganz und gar überführt, sodass er es in seiner rede sogar selber 
ao einräumte, so geschickt er auch die Verhandlung führte. 205 Als wir nun an seine absezung dachten, 
aber um der feierlichkeit des fastens (knikütä dfjaumä) willen, — weil wir in städten von beiden 
waren, um diesen keinen anstoss damit zu geben, dass ein priester in solche Sünden falle —: dieselbe 
aufschoben (mottahoin hwain men hade), so leistete er, den zcitaufschub 200 zum vorwand uohmond, 
auf die bischofswürdo schriftlich verzieht 20 ’ und begab sich (qrob) in seine metropolis, wie wir durch 
as schreiben desselben Hibä, seines metropoliton 208 erfahren haben. Und während diese dinge betrieben 
wurden, traf sich’s, dass die auf diese heilige und ökumenische synode [bezüglichen einladungs- 
schreiben] übersandt wurden: (fol 48 v ) denn euch, dio ihr vollkommene (r#A«»ot) 209 seid, ward die 
Vollendung der Verhandlung Vorbehalten. 
Uran[ios], bischof von [Hjimeria sprach, indom ihn der diakon Liban[ios] 
•io der Samosater, verdolmetschte: 210 Auch ich sage dasselbo, was der gottesfürchtige bischof 
Eustathios gesagt hat: nämlich, er ist eines schandbaren lebenswandeis (skirüta d dobbärö) ange 
klagt und in unsrer eigenen gegenwart überführt worden. 
Iübenalios, bischof von Ierusalem, sprach: Im vertrauen auf den schönen 
namen der heiligen bischöfe Fötios, Eustathios und Uran[ios] werde ich dasselbe festsozen, 
45 was die, welche das verhör angestellt haben (oJ axQouaä/jtvoi), über ihn festsezen werden (oQeauxnv).
	        

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