Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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herzigkeit erlass über Nestorios und Eirenaios, ehemaligen bischof von Tyros, 103 deponiert 
wurde, traten wir in die kirche und hörten gewisse leute schreien: „Schaff die sakren hinaus {ix.jie 
« ?0 y); nach den sakren glaubt niemand!“ und wir sahen niemand, sie schelten, sondern ihnen viel 
mehr durch schweigen zustimmen.“ Und darum hat er uns, sich unserer erbarmend, zu den genannten 
5 heiligen hischöfen Fötios, Eustath[ios] und Uran [io s] geschickt; und es wurden die eurer 
heiligen synode bereits vorgelesenen Verhandlungen geführt. 
Dioskoros, bischof von Alexandreia, sprach: Hlbä, welcher sich selbst der 
ehren der bischofswürde baar erklärt hat (nokräjä ebad), hat, seit den Worten, die er so freventlich 
(narsac) und ungesezlich, und, um seinerseits das geheimniss der „leitung“ [der mcnschwerdung] 184 
io zu vernichten (nesre), gegen unsern erlöser auszusprechen (nabbac) wagte: zwar längst (men lcel), 
(fol 42 v ) da er sich gottes barmherzigkoit unwürdig gezeigt, in dieser und der zukünftigen 
weit urtheil (aniyaan) empfangen; allein auch wir haben, in allem dem willen der gottesfurcht 
folgend, entschieden (psaqnan), dass derselbe der ehre des bischofsamtes und der gemeinschaft 
der laien (jüv xoa/uxiöv) entäussert werde. Denn nicht darf einer, der die goheimnisse Christi 
15 leugnet und mit seiner rede niedergetreten hat, gemeinschaft pflegen oder sakramcntlichen (oräzänäjtä) 
Segens gewürdigt werden. Aber auch das erachte ich fiir angemessen, dass gleichzeitig mit dem 
kanonischen ahsezungsurtheil, das er empfangen hat, alles gold der kirche zurückgofordert werde, 
damit er keine nahrung für seine ruchlosigkeit erwerbe. 
Iübenalios, bischof von Ierusalem, sprach: Durch die vorgelescncn [akten] ist 
2u bewiesen, dass Hibä an unserm herrn Iesus Christus gefrovelt hat; desswegon nimmt auch der 
herr Christus seine priesterwürde fort und stellt ihn jeglichen grades (dargä) der priesterwürde und 
sogar der gemeinschaft der weltlichen baar hin. Indem nun auch wir dem willen uusers erlösors 
Iesu Christi folgen, sozon wir ihn ab und urtheilen, dass er der gosammten ehre des priestcramtos, 
ausserdem (/uitk roirtov Jf) aber auch der gemeinschaft der weltlichen baar sein soll; ferner muss 
25 er auch das gold der kirche [zurück]stellen, damit die heilige kirche ohne schaden bleibe und der, 
der ein frevler ist, von dem Gott verpfändeten goldo nicht (fol 43') genuss habe. 
Tha 1 ass[ios], bischof von Kaisareia der Ersten Kappadokia, sprach: Die 
jenigen welche den sohn Gottes gelästert haben, sind der von ihm verhoissonen (da mlikan) guter 
unwürdig; denn sie haben sich durch ihre lästerung über ihn, der barmherzigkeit vorlustig gemacht, 
an Da sich nun auch Hibä gegen die allgemeine ansicht der monschen überhoben, und die zunge dor 
lästerung gegen unsern erlöser Iesus Christus zu rühren vermessen hat, wie wir aus dem vorgclese- 
nen ersehen haben, so hat er sich selbst der priesterwürde, des grades des bischofsamtes und dor 
gemeinschaft der weltlichen entäussert (nakri). 
Stefanos, bischof von Efosos, sprach: Alles übertrotfon (char) hat die in ver- 
35 messenheit gegen Gott und unsern erlöser Iesus Christus von dem in jeder beziehung frevelhaften 
(ras'sicä) Hibä geschehene lästerung; desswegen soll er von der bischofswürde, der gemeinschaft 
dor lauteren (mjjall-le) mysterion (Sakramente) und der ganzen kirchlichen zahl 185 [klorus] auch 
durch das urtheil meiner Wenigkeit ausgeschlossen werden; da es gar keine entschuldigung, weder 
jezt noch in der zukünftigen weit, dafür giebt, dass er mit zügelloser zunge sich sosehr vermessen 
io hat; aber auch die kirchensachcn (fjebwätä) sollen zurück verlangt werden; denn es darf von dem, 
was Gott geheiligt worden, nicht der genuss habon, der in allen stücken frevelhaft erschienen ist. 
Eusebios, bischof von Ankyra Galatia’s, sprach: Hibä, welcher orfinder 
unsaubrer lästerungen des teufels {dtäßolog) geworden, mag zwar in der hölle (fol 43') eine seiner 
Vermessenheit würdige strafe büssen; indess vor seinem leiblichen tode hat ihn der von ihm ge- 
J5 lästerte Christus nicht allein von dem priesteramte, sondern auch noch von der borufung (xkqatg) m
	        

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