Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

jener die heiligthumsberaubung betreffende ist; und, obwohl wir vor dem gottesfürchtigen erzbischof 
D o m n o s (— ä) bewiesen, dass Hibä geweihte gefässe —• zweihundert pfund (Utq«) silber — ein 
geschmolzen 1,4 hätte; (fol41 r ) und wiewohl wir bewiesen, dass, nachdem er in der kirche der metropolis 
E d o s s a gepredigt hatte: „jeder, der zur loskaufung der gefangenen opfern (nqarreb) und hieran sich bethei 
ligen wollte, thäte wohl daran,“ er auch aus diesem kapital (reosä) ein darlehn (haubtä) von ungefähr 5 
(fttxQüi nQÖg) 500 pfund (;.iTofi) entnommen hätte; und dass er ferner vom schazmeister (xupyXioyikal) 
zwei säckel 175 (klsä) und ein bündel (srärä) 175 , welche sich, wie der schazmeister selber sagte, auf 6000 
donare belaufen, empfangen hätte: sagte er, alle diese [summen] habe er fortgeschickt und die gefangenen 
losgekauft; und als wir nachgewiesen, dass er nichts ausser 1000 dareiken 776 (darriküne) fortgeschickt 
habe, und er zugegeben hatte: diess verhielte sich so, und sich herausstellte, dass er meineidig war; io 
forderten wir [wiederholt], dass er strafe empfange, fanden aber, dass uns hierauf niemand 
antwortete; vielmehr, dass ihm der erzbischof in jeder beziehung wohlgeneigt ist (leh metqaijam); 
denn er sprach: „es liegt in seiner befugniss so zu wirthschaften (nfarnes).“ Und, als wir die heiligen 
kanones vorwiesen und zwei tage lang darum ersuchten, sie möchten verlesen werden, und er möchte, 
sobald die kanones es wollen, das urtheil fällen (negzör): wurden wir nicht einmal einer antwort 15 
gewürdigt; dergestalt, dass von uns folgende katathese 777 gemacht wurde: 
„Wenn es euch gefällig ist: 
da heilige gefässe eingeschmolzen 174 worden; und fünfzehnhundert (aus dem einkommen 
von [je summen zu] beinahe fünfzig und beinahe hundert voifx^oi (lüme) 178 eigenhändig empfangenden 
wittwen, waisen und weibern) eingesammelte denare, 170 und ferner von dem schazmeister 6000 denare 20 
entnommen worden; (fol 41 v ) dagegen zum loskauf der gefangenen bloss tausend denare fortgeschickt 
worden sind — obgleich die gefangenen aus mönchen und nonnen bestehn, und einerseits die mönche den 
gözenbildern (ptakre) und denjenigen, welche man bei den barbarischen Arabern (Taijäje) anbetet, 
zu dienen (dneflhün); andrerseits die nonnen, huren zu werden und (denn das ist die sitte der 
barbaron) 77üa auf den märkten [feil] zu stehn gezwungen werden —; da Hibä selbst den wertli 25 
(**|U»J) [der drei angeführten posten] in empfang genommen hat und derselbe bei seinem bruder 
Eusebios 780 aufbewahrt wird: 
so richtet, was ihr hierüber [für recht] erkennt“ (Jiayxyvwaxuf). 
Als diese katathesis von mir gemacht worden, wurden wir auch nicht einer einzigen antwort gewürdigt, 
aussor, dass zwei 787 von uns, welche scheu geworden waren (qannetu), weil sie sahen, dass gegen uns 3« 
hezerei (marhlänütä) und ränke (ovexivai) [angewandt] würden, und zu dem barmherzigen könige gereist 
waren, abwesend abgesezt wurden ; wogegen wir beide, welche geblieben waren und die klage angostellt 
hatten, exkommuniziert worden sind. Hiervon [von der exkommunikazion] sind wir, nachdem vor 
den heiligen bischöfen Fötios, Eustathios und Uranfios] die Verhandlung über den glauben 
stattfand, durch eure gebete erlöst worden. Und als wir von dort [von Antiocheia] hinauf ge- 35 
gangen, kamen wir zu der synode, die in Könstantinüpolis ist (doiteih), 782 ebendasselbe über 
Hibä sagend. Wir nahten uns aber auch dem barmherzigen könige, welcher, unsere elendigkeit 
(däwjütan) bemitleidend, uns fragte: „Aus welchem gründe habt ihr den klagpunkt über den glauben 
nicht vor Domnos, erzbischof von Antiocheia, vorgebracht (t’xfxoojxreT«)?“ und, als wir schwiegen, 
und nicht über eins hinweg ([iniQ) zum andern gehn wollten — (fol 42 r ) denn unsere blicke waren w 
auf Hibä gerichtet — wurden wir in gegenwart des ganzen palations, in der apostelkircho 
(anoMoXtioy) des heiligen Iöannös, 782 gonüthigt, zu sagen: „Er ist uns verdächtig“ (sbirä). Nun 
sprach er: „Woher dieser vorwand des verdachtes ?“ Und wir waren — wie wäre denn vor einem 
solchen, der Orthodoxie wohlgeneigten, (d metqaijam) zu lügen möglich gewesen? — gezwungen zu 
sagen: „Während der erzbischof Domnos in der kirche den [vor]siz hatte und eurer [plural] barm- 45
	        

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