Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Der ehrerbietige diakon Sabbä[s] sprach: Auch ich babe Hiba am auferstehungs- 
tage sagen hören: „Heute ist Christus unsterblich geworden.“ 
Der ehrerbietige presbyter Barjjaumä sprach: Ich habe gehört, dass Hiba am 
auferstehungstage gesagt hat: „Heute ist Christus unsterblich geworden“. Er sagte aber auch 
5 dieses: „Wir müssen uns vernünftigerweise (hakkimäoit) Gott und menschen verschieden vorstcllen: 
den, der durch gnade angenommen wurde, und den, der durch gnade annahm“ (nsah ävilaße). 
Diakon Lükianos (—ä) sprach: Ich habe gehört, dass Hiba gesagt hat: „Der name 
„hölle“ (gihannä) nimmt nur die stelle einer androhung (lohhämä) ein.“ Ich wusste freilich (geir), 
dass er sogar die Schriften des frevelhaften und verschollenen 154 Nestorios besizt (oahid). 
io Presbyter Arsenios sprach; Ich hörte den Hiba das volk in der kirche ansprechen 
(ntargem): „Mögen (fol 32 r ) die Juden nicht prahlen, welche den blossen (yiliv) menschen 
gekreuzigt haben.“ 
Diakon Abraham sprach: Auch ich habe Hiba sagen hören: „Mögen die Juden 
nicht prahlen, welche nicht Gott gekreuzigt haben, sondern den blossen menschen“. 
15 Gelübdebruder Iöannes sprach: Ich habe Hiba in der kirche, als er die ansprache 
hielt, sagen hören: „Ein andrer ist der gestorbene, ein andrer der im kimmol; und ein andrer ist 
der anfanglose und ein andrer der unter dem anfang; und ein andrer der vom vater und ein andrer 
der von der jungfrau“. Und er hat ferner gesagt: „Wenn Gott gestorben (mit) wäre, wer ist, der ihn 
lebendig gemacht?“ 
2o Der ehrerbietige presbyter Märä(s) sprach zum Ko[n]stantinos : Bei Gott, 
den du angobetet hast, und bei der heiligen dreifaltigkcit, was hast du Hiba, dio ansprache hal 
tend, sagen hören? 
Kö[n]stantinos sprach: Weil cs mir wegen des eides, den der ehrerbietige S a m u e 1 [o s] 
erbracht hat, nothwondig ist, will ich sagen, was ich wciss. Gott, der herr der Wahrheit, weiss, 
25 auch sind mir ferner zeugen die anwesenden, welche es gehört haben, dass ich ihn oft habe dispu 
tieren und sagen hören: „Sowie des purpurklcides beschimpfung, sobald es beschimpft wird, auf den 
könig übergeht, (rpt*«) so ging auch das leiden auf Gott über“. Und oftmals Hess ich ihn fahren 
(oarpit) und ging hinaus; und diess wird mir von vielen aus der stadt bezeugt. 
Theodöros sprach: Als Hiba in seinem saal {tqixICi'iov) über das dogma (fol 32') sprach 
30 (idoyfiärtat) und von der auferstehung unsers herrn Christus die rede war, (mellta metoamra hwät) 
sagte er: „Nicht ist der nach der auferstehung, jener sein früherer leib.“ Und als ich gegen ihn 
einwandte: „Wie ist der heilige apostel Thömäfs], nachdem er gezweifelt hatte, auf sein geheiss 
an seine seite {nka<q«) hcrangetreten (grob), hat die stellen, an denen die nftgcl befestigt waren, 
gesehen und von unsorm herrn gehört: sei gläubig und nicht ungläubig“ [loh. 20, 27] —, 
35 sagte Hiba aber hierzu: „Diess geschah in der einbildung.“ (*V r? ifavraaCv). Ich aber erstaunt 
über das gesagte ging zu einem nach dem andern (hadhdäne) von den mönchen, sagte ihnen 
das von bischof Hiba disputierte, und sie sprachen: „Anathematisiert ist, (maliram hu) wer 
dieses sagt.“ 
Golübdebruder Sergios sprach: Immer pflegte Hiba das göttliche und menschliche 
4o zu halbieren (pelgüta oäbod hwä), und oft habe ich im allcrhoiligston (bema)’ 83 dagegen gemurrt (retnot). 
Mönch Iaköb[os] sprach: Ich hörte Hiba sagen: „Mögen die Juden nicht prahlen, 
als ob sie Gott [am kreuze] aufgerichtet hätten: einen menschen haben sie gekreuzigt“. 
Gelübdebruder Sergios sprach: Am donnorstag der grossen woche, 108 [gründouners- 
tag] in der nacht, hat Hiba gesagt: „Mögen die Juden nicht prahlen, Gott gekreuzigt zu haben: 
45 nicht Gott haben sie gekreuzigt.“
	        

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