Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

Nachdem 3m Frühjahre 1872 der Bau des neuen Universitäts - Gebäudes im Schloss 
garten durch Allerhöchste Entschliessung definitiv festgestellt war, glaubte der ge 
schäftsführende Ausschuss die Grundsteinlegung schon für den Spätsommer oder 
Herbst des genannten Jahres in Aussicht nehmen zu dürfen. Bei den damaligen 
Berathungen über das Programm ward dem Vorsitzenden des Ausschusses, Herrn 
Konferenzrath Kirch ho ff, der Wunsch ausgesprochen, dass er durch eine Rede in 
der Aula die Feier eröffnen möge. Da indess die Grundsteinlegung derzeit nicht zur 
Ausführung kam, inzwischen aber der verehrte Greis von schwerer Krankheit heim 
gesucht ward, die ihn noch jetzt an das Krankenlager fesselt, so wurde bei der 
Eesstellung des Programms im Juli d. J. von einer solchen Eröffnungs-Rede überhaupt 
abgesehen, weil man die Bedeutung dieses Theils der Feier vorwiegend nur in der 
Berson des Genannten, der hier durch keinen Andern zu ersetzen sei, finden konnte. 
Herr Konferenzrath Kirch hoff hatte aber schon im vorigen Sommer dem Wunsche 
des Ausschusses entsprechend die nachfolgende Rede ausgearbeitet und ertheilte später 
dem akademischen Consistorio, auf dessen Ersuchen, die Ermächtigung, dieselbe in 
die Universitätsschriften aufzunehmen. 
Hochgeehrte Versammlung! 
£s ist mir die Aufgabe zugefallen, hier in diesem altehrwürdigen Raume, wo die 
Bildnisse des Stifters unserer Universität und vieler Ahnen der Wissenschaft uns 
umgeben, unser heutiges Vorhaben mit einigen Worten einzuleiten. Wir wollen den 
Grundstein legen zu einem Baue, welcher schon jahrelang der Gegenstand unserer 
lebhaftesten Wünsche und Erwartungen gewesen ist. Der erste Gedanke dazu ent 
wickelte sich in einer schon am 22. Januar 1862 hier in Kiel von einem, auch sonst 
um diese Angelegenheit vielfach verdienten, Mitgliede der Universität berufenen Ver 
sammlung zu einem Beschlüsse, welcher bald im ganzen Lande den vielversprechendsten
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.