Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

Die Möglichkeit zur Entdeckung war in dem Umstande gegeben, dass die Apotheker und 
Drogisten die Nux vomica der Schwierigkeit der Arbeit wegen, in der lieget nicht selbst zu pul- 
verisiren pflegen, dieses vielmehr in Pulverisir-Anstalten geschieht, daher denn auch das Pulver in 
sehr verschidenen G raden der Feinheit vorkommt. Es blieb auch nicht zweifelhaft, dass das Pulver 
in seiner gesammten Beschaffenheit mit dem in der Apotheke zu Plön vorhandenen übereinstimmte. 
Da indessen sich keine weitere Verdachtsmonemente ergaben, musste die Untersuchung 
eingestellt werden. 
Untersuchungen für Behörden. 
1. 
Untersuchung verschiedener Sorten Carboisäure auf ihren wirklichen procentischen Gehall an derselben; 
erfordert durch die Kieler Polizei- Behörde. 
Die eine Sorte aus der Handlung des Drogisten Schuck zu Kiel, welcher zugleich sogar 
Mitglied der Gesundheits-Commission ist, enthielt gar keine Carbolsäure. Eine andere Sorte nur 
3 pro Cent. In noch anderen Sorten anderer Kaufleute fanden sich 40 bis 60 pro Cent. Nur die 
aus der Apotheke des Herrn Rädel enthielt von den untersuchten Proben 98 pro Cent. 
Da diese Untersuchungen zur Cholerazeit stattfanden, als die Desinfection mit Carbolsäure 
vorschriftsmässig war, so giebt dieses verschiedene Verhalten zu mancherlei Betrachtungen hinsicht 
lich der Ausübung der gesetzlichen Vorschrift in zukünftigen Fällen hinreichende Veranlassung. 
2. 
Untersuchung verschiedener Wasserproben, erbeten von dem Magistrate zu Eckernförde. 
Die Resultate waren folgende: 
1. Das Wasser aus dem Bornbrook, welches durch Leitung der Stadt zuzuführen beabsich 
tigt wurde, zeigte sich von so vorzüglicher Reinheit, dass es zu jedem häuslichen und technischen 
Betriebe ohne Frage sehr geeignet erscheint; während der Mangel an Salzen und Kohlensäure 
dasselbe als Trinkwasser nicht empfehlen lässt. 
2. dass die Wässer aus den Pumpen des Buchdrucker Schivensen und des Töge Lorentzen 
zu den schlechtesten Trinkwässern gehören. 
3. dass der Genuss des Wassers aus dem Brunnen des letzteren, wegen Anhäufung von 
Stoffen, welche die Acrzto gegenwärtig als besonders schädlich betrachten, entschieden zu wider- 
rathen eventuel sogar zu verbieten sei. 
Der grosse Unterschied im Kochsalzgehalto möge noch vergleichsweise angeführt werden. 
Im Liter enthielt das Wasser: 
aus dem Bornbrook 0,ig7 Gramm Chlornatrium, 
„ „ Brunnen des Töge Lorentzen 13,690 „ „ 
„ „ ,, „ Schwensen 37,uo „ „ 
( „ „ Schreventeich zu Kiel 0,m „ M ) 
Die grosse Sturmfluth wird aller Wahrscheinlichkeit nach hier von Einfluss gewesen sein. 
Die genannten beiden Brunnen-Wässer waren aber auch in anderer Beziehung überreich an organi 
schen Stoffen.
	        

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