Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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organen keine Veränderung, wohl aber frische Endocarditis der zweizipflichen 
Klappe des Herzens und den Beginn desselben Prozesses an den Semilunar- 
klappen der Aorta, 
durch Wirbel Vereiterung, 
„ frischt Endocarditis, 
„ Klappenfehler des Herzens, 
„ einfache Lungenentzündung, 
„ dissecirende Lungenentzündung mit Sequcstrirung eines langen Lungenlappens 
„ Lungenschwindsucht, 
„ Brustfeilenentzündung mit Exsudatbildung, 
„ acute Miliartuherculose, 
„ Krebs des Magens und der Speiseröhre, 
„ Krebs der Bauchspeicheldrüse, 
„ chronischen Darmcatarrh, 
„ amyloide Entartung der Nieren. 
„ parenchymatöse Nierenentzündung, 
„ Vereiterung eines Nierenbeckens und Nierenabscesse, 
„ Schwund der Nieren (davon ein besonders merkwürdiger Pall von Herrn Dr. 
Köhler in einer Dissertation beschrieben ist), 
„ Krebs der Harnblase, 
„ Eierstocksgeschwülste, 
„ Skorbut, 
„ Vergiftung mit Phosphor (Selbstmord), 
„ Hundswuth. Dies ist der erste Fall dieser fürchterlichen Krankheit, welcher 
in der hiesigen Klinik beobachtet worden ist. Derselbe dürfte in mehrfacher 
Hinsicht von allgemeinem Interesse sein Er betraf einen 7jährigen Knaben aus 
dem Dorfe Pries bei Friedrichsort, welcher am 16. Januar Abends in die 
Klinik gebracht wurde, weil man wegen seit drei Tagen sich stetig wieder 
holender und immer heftiger werdender Anfälle von Athmungsnoth die Diagnose 
auf Bräune gestellt hatte und die Vornahme der Tracheotomio für nothwendig 
hielt. 
Bei der vorgenommonen Untersuchung fiel allerdings eine höchst ungewöhn 
liche Störung der Athmung auf. Die Inspiration erfolgte ruckweise und so 
plötzlich, dass das Brustbein deutlich nach einwärts gezogen wurde, während 
die Exspiration sehr langsam erfolgte und durch ein mechanisches Hinderniss 
erschwert schien. Der Knabe athmete nur 9 mal in der Minute. Dabei war das 
nach Aussage der Eltern sonst sanfte und folgsame Kiud in höchst auffälliger 
Weise aufgeregt. Seine Augen glänzten eigenthümlich, der- Gesichtsausdruck 
war im höchsten Grade ängstlich. Jede Annäherung des Arztos suchte das 
Kind abzuwehren, wollte nicht aus den Armen dos Vaters und bat diesen 
wiederholt, er möge sein Gesicht abwenden, weil der leise Luftzug von Athem 
des Vaters ihm peinlich wurde. Nur mit grosser Müho gelang uns eino Inspection 
der Mund- und Rachenhöhlc. Dabei wurde nur eine geringe Röthung und 
Schwellung der Mandeln und der Schleimhaut der Rachenhöhlc wahrgenommen. 
Aeusserlich wurde eine massige Schwellung dor Lymphdrüsen unter beiden 
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