Full text: (Band XVIII.)

Der Einleitung für die Feier, womit die Christian-Albrecht-Universität alljährlich den 
Geburtstag ihres königlichen Herrn und Beschützers begeht, hat das akademische Con- 
sistorium geglaubt, keine sinnvollere Beigabe anschliessen zu können, als die nach 
stehende Erstlingsarbeit eines hoffnungsvollen Cornrnilitonen, welcher in dem eben so 
herrlich beendeten glorreichen Kriege seine Treue für König und Vaterland mit seinem 
Herzblut besiegelt hat. Wenn in der zahlreichen kainpfglühenden Schaar, welche aus 
der Mitte unsrer studierenden Jugend dem Feinde entgegengezogen ist, und nun hoffent 
lich bald mit dem Siegerkranze geschmückt heimkehren wird, diesen, der besten Einen, 
unsre Augen nicht wieder erblicken sollen, so dürfen wir uns rühmen, aus unsrem 
edelsten Besitz ein Kleinod der grossen Sache geopfert zu haben. Dessen zum Zeug- 
niss und zum Andenken an den theuren Zögling soll die erste und leider letzte Frucht 
seiner ernsten Studien, die einer nachsichtigen Beurtheilung wohl getrost empfohlen 
werden darf, in unsren Universitätsschriften aufbewahrt werden, damit der Trost „non 
omnis moriar“ dem wackren Jünger der Wissenschaft in die Schattenwelt folge. 
Sammeln wir noch die Hauptthatsachen seines kurzen Lebens und suchen wir 
die wesentlichen Züge seiner Persönlichkeit zu einem flüchtigen Umriss zusammen- 
zustellen. Es ist das schlichte Bild eines deutschen Jünglings, wie cs deren zum Heil 
unsres Vaterlandes nicht gar zu wenige giebt. Unscheinbare Anfänge, Armuth die. Mutter 
der Tugend, ein freudiger Lauf über Hindernisse dem idealen Ziel entgegen: da — 
zu früh — erlischt die Fackel, und dem hellen rüstigen Morgen folgt keine Arbeit
	        
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