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Gefunden, im Mittel:
49.7% C; 2 9% H; 24.3% CI; 11.5% S.
Das auf die eben angegebene Weise dargestellte Bichlorsulfobenzid bildet
im vollständig reinen Zustande ein fast farbloses, durchsichtiges Oel; es ist schwerer
als Wasser, löst sich mit Leichtigkeit in Aether und Benzol, schwieriger in absolutem
Alkohol, gar nicht in Wasser.
Beim Erwärmen wird es vorübergehend dünnflüssig, so dass es mit Leichtigkeit
aus einem Gefässe in das andere übergegossen werden kann, es tritt alsdann auch
ein schwacher Geruch hervor, der entfernt an den von Chlorbenzol und Champher
erinnert.
Das Bichlorsulfobenzid lässt sich ohne Zersetzung destilliren, geht aber erst
bei einer Temperatur über, die mit dem Quecksilberthermometer nicht mehr gemessen
werden kann. — Selbst nach stundenlangem Linleiten nimmt es kein Chlor mehr auf.
Die Einwirkung von Chlor auf mit Jod vermischtes Sulfobenzid bei einer
Temperatur von 100° kann also durch folgende Gleichung veranschaulicht werden:
Ci2 Hio S0 2 + 4 CI — 2 H CI + C12 Hg Cl 2 S 0 2 .
Es ist das so erhaltene Bichlorsulfobenzid isomer mit einem, auf den
ersten Seiten dieser Abhandlung bereits beschriebenen Producte, weiche Otto und
Ostrop durch Einwirkung von Schwefelsäure-Anhydrid auf Monochlorbenzol erhielten:
3 C 6 Hs CI + 2 S Os = C12 Hg Cl 2 S 0 2 + C« H 5 CI S 0 8 + H 2 0.
Leider ist es mir bis jetzt nicht gelungen, eine derartige Zersetzung des oben
beschriebenen Bichlorsulfobenzids hervorzurufen, dass daraus eine Erklärung für das
Bestehen dieser interessanten Isomerie hergeleitet werden könnte.
Durch längeres, anhaltendes Kochen mit Natrium amalgam und Wasser fand
allmälige Zersetzung statt\ je nach der Dauer der Einwirkung scheinen hierbei ganz
verschiedene Producte aufzutreten. Ein Theil des Bichlorsulfobenzids wurde hierbei
nicht angegriffen, aus der hiervon, sowie vom abgeschiedenen Quecksilber und über
schüssigem Amalgam mechanisch getrennten Flüssigkeit, schied rohe conc. Salzsäure
ein dickes Oel ab, das durch Aether leicht extrahirt werden konnte. — Beim Ver
dunsten der ätherischen Lösung und Digeriren mit kohlensaurem Baryum setzte sich
nach dem Einleiten von Kohlensäure aus der siedend heiss filtrirten Lösung in weissen
Blättchen ein organisches Baryumsalz ab, das durch mehrmaliges Umkrystallisiren aus
siedendem Wasser gereinigt werden konnte. — Die Analyse desselben führte zu fol
gendem Resultate:
I. 0.4715 Gr. lieferten mit chromsaurem Blei verbrannt:
0.5765 Gr. C O 2 — 0.1572273 Gr. C = 33.3% C.
und 01110 Gr. H 2 0 = 0.012333 Gr. H = 2.6% H.
II. 0.1925 Gr. in Wasser gelöst und mit S H 2 O 4 ausgefällt, gaben
0.1020 Ba S O4 = 0.05997854 ßa — 31.1%.

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