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Beim Einleiten im Schatten zeigte sich überhaupt gar keine Veränderung, und
die im Sonnenlichte sofort eintretende lebhafte Einwirkung erstreckte sich nur auf
das Lösungsmittel. — Der Schwefelkohlenstoff wurde durch das Chlor vollständig
zerlegt, und es resultirten hierbei als Endproducte der Zersetzung C h 1 or s chwe f el
und Kohlenstoffsuperchlorid C CL.
IV.
Einwirkung von Chlor und Jod auf Suifobenzid.
Nach den Erfahrungen von Hugo Müller wird die Intensität der Einwirkungs
kraft von Chlor durch die Gegenwart von Jod wesentlich erhöht. Ich glaubte daher
auch bei der mir zunächst obliegenden Aufgabe, die allgemeine Wirkungsfähigkeit des
Chlorgases auf Suifobenzid festzustellen, mit Vortheil von dieser Methode Gebrauch
machen zu können
In einer tubulirten Retorte, die mit einem Chlorentwickelungsapparate in Ver_
bindung stand, war ein Gemenge von fein zerriebenem Suifobenzid und nur wenigen
Körnchen Jod suspendirtj hierauf liess ich zunächst bei gewöhnlicher Temperatur
(15—20°) einen mässigen Strom von getrocknetem Chlor einwirken.
Es findet unter diesen Umständen nur eine ganz allmälige Reaction statt;
denn selbst nach ununterbrochenem 18-stündigem Einleiten war von dem Suifobenzid
nur eine verhältnissmässig sehr geringe Menge Chlor aufgenommen.
Eine herausgenommene Probe des zum Versuche benutzten Materials löste sich
leicht in siedendem Weingeist und schoss beim Erkalten der Lösung in nadelförmigen
Krystalle;) an den Wendungen des Gefdsses an.
Der Schmelzpunkt dieser zwischen Papier sorgfältig getrockneten Krystalle
lag bei 95 °.
0.4900 Gr. der Substanz gaben mit Kalk geglüht 0.085 Gr. Ag CI = 0.0210178
Gr. CI = 4.3% CI.
Es lieferte mir dieses Resultat wenigstens den Fingerzeig, wie nunmehr in der
Versuchsreihe weiter vorzuschreiten sei, denn nunmehr lag die Vermut hung nahe,
durch Einwirkung von Chlor auf mit Jod versetztes Suifobenzid bei erhöhter
Temperatur zu einem günstigeren Resultate zu gelangen.
Bei einer Wiederholung des vorigen Versuchs mit der Modification, dass hierbei
das Gemisch von Suifobenzid und Jod im Wasserbade auf 100° erwärmt wurde,
bemerkte ich demgemäss sofort äusserst lebhafte Einwirkung. Während ein Th eil
des Jods im Verlaufe des Prozesses fortwährend in dre Vorlage absublimirte, zerfloss
allmälig der Inhalt der Retorte zu einem dicken, tief rothbraunen Liquidum.
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