zu einem gelben Oele, welches aber mit grösster Leichtigkeit durch fractionirte
Destillation in zwei verschiedene Produete zerlegt werden konnte.
Nach mehrmaligem Ausführen dieser Operation erhält man eine constant bei
134—136 0 siedende Flüssigkeit, welche alle Eigenschaften des Monochlorbenzols
C 6 Hs CI zeigt5 zwischen 230—250° destillirt sodann das zweite Product über, das
S ulfob en zolchl oruer, Cö Hs Cl S O2.
Die Zersetzung ging also auf folgende Weise vor sich:
C 6 Hs . S 0 2 . Ce Hs + 2 CI — Ce H 5 S 0 2 i
cif
+ Cs He CI
Das bei dieser Zersetzung auftretende Sulfobenzolchloruer konnte ausser durch
seinen Siedepunkt leicht daran erkannt werden, dass es durch weingeistiges Kalium
mit grosser Leichtigkeit zersetzt und in sulfobenzolsaures Kalium verwandelt wurde.
Wenn nun überhaupt das Sulfobenzidbichloruer Gericke’s existirt, so wäre noch
die einzige Möglichkeit zu seiner Darstellung die gewesen, Chlor auf Sulfobenzid in
Dampfform einwirken zu lassen. — Ein besonderer Versuch überzeugte mich aber
auch hier davon, dass die Angaben dieses Chemikers über diesen Gegenstand auf
vollständigem Irrthume beruhen.
Eine Quantität Sulfobenzid wurde in einer geräumigen Retorte, die mit einem
aufrecht stehenden Liebig’schen Kühler verbunden war, irn Oelbade weit über ihren
Schmelzpunkt erhitzt.
Als hierauf einige Zeit lang ein massiger Strom von trockenem Chlor eingeleitet
wurde, destillirte, nachdem der Kühler abwärts geneigt war, ein dickliches, ^gelbes Oel
in die Vorlage über.
Dasselbe erwies sich aber, ebenso wie beim vorigen Versuche, als ein Gemisch
von Monochlorbenzol und Sulfobenzolchloruer, das auf bekannte. Weise in seine Be-
standtheile zerlegt werden konnte.
111.
Einwirkung von Chlorgas auf in Lösung befindliches Sulfobenzid.
In der Hoffnung, eine energischere Einwirkung von Chlor auf Sulfobenzid viel
leicht dadurch zu erzielen, dass dasselbe vorher in Lösung übergeführt wurde, löste
ich eine Quantität Sulfobenzid in der entsprechenden Menge Schwefelkohlenstoff und
liess nun zuerst im Schatten , dann im Sonnenlichte Chlorgas darauf einwirken. —
In beiden Fällen entsprach aber das Ergebniss des Experiments den gehegten Erwar
tungen nicht.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.