Einwirkung von Schwefelsäure, Salpetersäure und Chlor auf Sulfobenzid erstrecken,
sind kurz folgende:
Verdünnte Schwefelsäure löst, es einfach auf, mit c on c entrir t e r Schwefel
säure tritt jedoch, namentlich beim Erwärmen, allmälige Zersetzung ein, und es entsteht
Sulfobenzolsäure.
Ce Hs . SO2 . Cö H5 + SO2 j Q y = 2 Ce IJ5 . SO2 .OH.
Durch Einwirkung, von concentrirter Salpetersäure bilden sich Nitroproducte,
indem je nach der Temperatur und der Dauer der Reaction entweder 1 oder 2 Aiom
Wasserstoff durch die Gruppe N O2 substituirt werden; durch Einwirkung reducirender
Substanzen liefern sie die entsprechenden Amidoverbindungen.
Durch Einwirkung von Chlorgas auf Sulfobenzid entstehen nach Gericke
zwei Verbindungen, ein Chlorodditionspro duct, von der empirischen Zusammen
setzung C12 H10 S 0 2 CU und ein zweiter Körper, in dem 2 Atome H des Sulfobenzids
durch Chlor substituirt sind, C12 Hs Cl 2 S 0 2 .
Die erstere dieser Verbindungen, von Gericke S ul fo b en z id bichlo ruer ge
nannt,*) bildet ein gelbes Oel, ist unlöslich in Wasser, leicht löslich in Aether und
Benzol, es siedet bei 150° unzersetzt und wird von verdünnten Alkalien und Säuren
nicht angegriffen.
Es entsteht beim Ueberleiten von Chlorgas über trockenes Sulfobenzid
unter folgenden Versuchsbedingungen:
1) im Schatten, ohne jede Erwärmung des Sulfobenzids — in diesem Falle
nur allmälm und nie frei von beigemengtem, noch unzersetztem Sulfobenzid,
2) schneller und reichlicher: beim Ueberleiten von CI und gleichzeitiger
Erhitzung des Sulfobenzids auf seinen Schmelzpunkt,
3) bei Einwirkung von Chlorgas im Sonnenlichte.
Aus diesem Sulfobenzidbichloruer entsteht das Bichlo rsu lfob e n zi d Gericke’s
beim blossen Erhitzen:
C12 H10 S O2 Ch = C12 Hs CE S 0 2 -f- 2 H CI,
ferner aber auch bei Einwirkung von weingeistigem Kali.
Dieses Chi o rs ubstitu tionsp r o d u ct bildet farblose, mikroskopische Nadeln,
die bei 152° schmelzen, durch oft wiederholtes Schmelzen und Erkaltenlassen sinkt
der Schmelzpunkt bis auf 64 °.
Der Körper löst sich leicht in Alkohol und Aether, nicht in verdünnten
Säuren und Alkalien, durch eine concentrirte Lösung von Kaliumhydrat wird aber aus
ihm Sulfobenzid regenerirt.
*) Ann 98. 389 und 100. 207.

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