geist umkrystallisirt, aus welchem sie sich bei ziemlich schnellem Verdunsten in rhom
bischen schönen grossen Säulen, bei langsamem Verdunsten in grossen rhombischen
Tafeln oder Blättchen ausschieden.
Mancher der Krystalle hatte die sogenannte Briefcouvertform.
Der Schmelzpunkt lag bei 54, 5 ° C. ,
Dies ist derselbe Körper, den schon Zinin bei Einwirkung von Chlorwasser
stoffsäure und Zink auf eine alkoholische Benzillösung erhielt. Zinin 1 ) selbst schreibt
darüber folgendes: Lässt man Chlorwasserstoffsäure und Zink auf eine alkoholische
Benzillösung einwirken, so erhält man Benzoin, wenn die Reaction nicht zu weit ge
führt worden war; lässt man die Reaction weiter gehen, also auch auf das gebildete
Benzoin sich austrecken, so verwandelt sich das letztere in eine neue Substanz. Ueber
die mechanische Ausführung der Arbeit verweise ich auf den speeiellen Bericht. Er
sagt ferner: durch Umkrystallisiren aus Alkohol erhält man den Körper im reinen
Zustande Der neue Körper kann in kleinen Quantitäten überdestillirt werden, ohne
dass dabei Zersetzung eintritt, und man kann sich daher der Destillation zur Reinigung
bedienen ln kochendem starken Alkohol ist der Körper fast in jedem Verhältniss
löslich* in Aether ist er ebenfalls sehr löslich, in Wasser aber unlöslich. Aus Alkohol
krystallisirt er in rhombischen Tafeln j bei 55° C schmilzt er. In der Zusammensetzung
unterscheidet er sich vom Benzoin durch einen grösseren Wasserstoflgehalt; durch die
Elementaranalyse ist es aber ungemein schwierig, die Zahl der eingeführten Wasser-
stoffmolecüle zu ermitteln und ich musste daher zur Untersuchung der Umwandlungs
produkte meine Zuflucht nehmen. Soweit Zinin. Mein Körper hat in der That,
sämmtlich die von Zinin angegebenen Eigenschaften. Die Analysen gaben jedoch
immer einen zu hohen Wasserstoffgehalt, ein Resultat, das schon Zinin bei seinen
Versuchen erhielt. Da die ersten Annalysen, mit Kupferoxyd verbrannt und nach-
herieem Darüberleiten von Sauerstoff, ein constantes Resultat, jedoch stets einen zu
hohen Gehalt an Wasserstoff lieferten, so wurden die letzten Analysen nach einer
neuen Methode verbrannt, welche Methode bei vielen Analyse» ganz genaue Resultate,
bei diesem Körper jedoch denselben, doch wohl fehlerhaften, zu hohen Wasser-
stoff'i-ehalt lieferte. Die Methode von Limpricht besteht darin, dass ein Gemisch von
Luft und Sauerstoff, das vorher über Bimsstein, Schwefelsäure und Natronkalk ge
trocknet in das Verbrennungsrohr hineingeleitet wird und die Substanz von Anfang
an in diesem Strom verbrannt wird. Ehe man die gewogenen Apparate anfügt, legt
man ein gewöhnliches Chlorcalciumrobr vor und erhitzt gelinde, leitet dann dieses
Gemisch von Luft und Sauerstoff, und zwar besteht es aus gleichen Theilen, über
i\ Bulletin de l’Acadcmie des sciences de St Pdtersbourg. III. 68
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