nach kurzer Zeit 5 diese Krystalle wurden mit siedenden Alkohol behandelt: der eine
Theil sich nicht lösend, wurde durch Schmelzpunkt 203° C als Bromtolan erkannt, der
andere sich lösend wurde mit trocknem Ammoniakgase behandelt. Oxamid schied
sich sofort ab und nach dem Filtriren entstand ein grüngelbliches Oel, welches unter
die Luftpumpe gebracht nach 4—5 Monaten krystallisirte; die Kryställchen, bei 209°
schmelzend und mit Kalilauge Ammoniak entwickelnd, erwiesen sich jedoch nur als
Oxamid. Die Mutterlauge wurde deshalb in eine Kältemischung gebracht, die Temperatur
sank bis — 25° C 5 doch auch hier wollte keine Krystallisation erfolgen, trotz mehrerer
erneuter Versuche. Des Oel wurde deshalb jetzt im Kohlensäurestrome destillirt. Die
Temperatur stieg sehr bald auf 241° C; hier ging ein dem Bittermandelöl ähnlich
riechendes Oel über. Als die Temperatur auf 281° C stieg und die Masse in der Re
torte sich bräunlich färbte, wurde die Destillation unterbrochen. Das gelbe Oel, das
anfangs übergegangenen (bei 241°) war, krystallisirte auch sehr bald in kleinen
Blättchen, die jedoch an der Luft zerflossen und vom beigemengten Oele durchaus
nicht zu befreien waren: für die Analyse also untauglich. III. u. IV. Gebromtes
Bromtoluylen wurde mit oxalsaurem Silber und Weingeist im zugeschmolzenen Rohr er
hitzt bei 150°; dann wurden beide Substanzen bei gewöhnlicher Temperatur behandelt-
\ll Im zugeschmolzenen Rohr bei 150 C erhitzt.
Schon bei gewöhnlicher Temperatur war eine Reaction bemerkbar, es wurde
sogleich Bromsilber gebildet, das sich schwärzte. Die Röhre wurde dabei so heiss,
dass sie nicht mehr mit der Hand angefasst werden konnte ; hierauf wurde drei
Stunden auf 130° erhitzt.
IV. Bei gewöhnlicher Temperatur.
Bei gewöhnlicher Temperatur die Substanzen zusammengebracht, war auch
bedeutende Wärmeentwickelung bemerkbar, das Thermometer stieg bis auf 68° C.
Der entstandene Oxaläther wurde vom Bromsilber abfiltrirt und mit trocknem Ammo
niakgase behandelt. Oxamid schied' sich ab, Ammoniak wurde noch mal bis zur
Übersättigung hin eingeleitet. Hierauf wurde mit Wasser gefüllt, ein gelbes Oel schied
sich aus. Das Oel wurde mehrmals der fractionirten Destillation unterworfen und zur
Krystallisation unter die Luftpumpe gestellt. Nach nicht langer Zeit schieden sich
auch Krystalle ab, welche die Form von Säulen hatten; sie wurden mehrmals mit Wein-

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