ängstlich ausfragte, was die Aerzte über ihren Zustand gesprochen hätten. Der Appetit
war anfangs sehr stark, nahm später jedoch etwas ab. Der Schlaf der Patientin war
unruhig, von häufigem Erwachen unterbrochen, wo sie dann jedesmal die Wärterin
stark belästigte, indem sie stets in eine andere Lage gebracht werden wollte.
Die objective Untersuchung ergab wenig Bemerkenswerthes. Die Temperatur,
der Puls, wie der Urin zeigten nichts Abnormes. Die Respiration war normal. Die
physicalische Untersuchung der Athmungsorgane ergab ein negatives Resultat, dagegen
waren die Knie- und Fussgelenke geschwollen und nach längerem Sitzen der Patientin
in einem Sessel waren auch die Füsse ödematös angeschwollen. Lähmünsserscheinun-
gen waren nicht vorhanden. Dagegen hatte sie starkes Zittern der Hände. Ohne
grössere Schwankungen im Befinden der Patientin verlief nun eine Zeit von 3 Monaten,
bis verhältnissmässig plötzlich der Tod erfolgte, nachdem, besonders in letzter Zeit,
der Decubitus, trotz aller dagegen angewandten Mittel bedeutend um sich gegriffen
hatte.
Wie man sieht, bietet die objective Untersuchung und die klinische Beobach
tung sehr wenig Positives. Es wurde die Diagnose in suspenso gelassen, da die
Symptome so viel Unsicheres und wenig Haltbares darboten, dass an eine genügende
anatomische Erklärung dieser Erscheinungen nicht zu denken war. Jedenfalls boten
die Symptome für die Diagnose eines Leidens der Centrainervenorgane nichts
Sicheres dar.
Die Behandlung war symptomatisch und wurde hauptsächlich nur Morphium
gegen die Schmerzen angewendet. Anfangs begnügte man sich täglich mit einem
Viertel Gran, stieg aber nach und nach bis auf einen Gran Morgens und einen Gram
Abends.
Den Erscheinungen während des Lebens entsprechend ergab die Obduction,
(Prof. Cohn heim) abgesehen von mehr zufälligen Befunden im Centralnervenapparat,
ein ziemlich negatives Resultat. Es würde hier su weit führen, den vollständigen
Bericht des Sectionsprotocolles wiederzugeben, da sämmtliche Organe, mit Ausnahme
des Gehirns und Rückenmarks, keinerlei erhebliche Veränderungen darboten und für
unsern Fall kein Interesse hatten. Folgendes, denselben näher Betreffende, wird des
halb genügen.
Die processi spinosi an der Wirbelsäule zeigten nirgends eine Veränderung-
Das Schädeldach war längs-oval, regelmässig und von mässiger Dicke, mit einer
reichlichen Diploe. Die sutura sagittalis begann hier und da zu verstreichen, Im
sinus longitudinalis fand man dünnflüssiges Blut; die dura mater, von loser Spannung,
zeigte eine glatte blasse Innenfläche. Auch die sinus basilares enthielten dünnflüs
siges Blut. Die knöcherne Schädelbasis, sowie die suturae der Basis zeigten keine
Veränderung. Die pia, an der Convexität und Basis von normaler Dicke, zeigte
nur unmittelbar hinter dem chiasma geringe sehnigte Trübungen. Auch begleiteten

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