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würde hier zu weit führen, in eine genauere Ausführung und Kritik der Fälle, als die
Gränzen dieses kurzen Berichts überschreitend, einzugehen 5 eine ausführliche Zusammen
stellung dieser Fälle, mit Ausnahme des von Nonat, findet sich bei Ollivier in seinem
Traite des maladies de la moelle-epiniere Tom. II. Pag. 308 u, figd. Ebenso erwähnt
Sch tipp el in seiner Arbeit mehrere dieser Fälle, wo auch er diesen Verdacht einer
Verwechslung mit einer apoplectischen Cyste ausspricht. Der Fall von Nonat 1 )
ist ein sehr complicirter, wo unverkennbar apoplectische Extravasate mit älteren ent
zündlichen Erweichungen und einer wässerigen Ansammlung zusammen eintrafen.
Nonat will allerdings auch diesen Fall, so wie die vorher citirten als Erweiteruim
des Centralcanals angesehen wissen (siehe auch Hasse Lehrbuch der Nervenkrank
heiten Pag. 613). Zu erwähnen ist noch, dass Verdoppelungen des erweiterten mit
Flüssigkeit gefüllten Centralcanals beobachtet wurden, so von Calmeil 2 ), Fried r ei ch 3 )
V agner 4 ), Schüppel 5 ) und Gal) 6 ), Die lälle der ersten beiden Auctoren will
Schüppel nicht als unzweifelhaft diese Bedeutung tragende Vorgänge angesehen
wissen. Somit blieben als unzweifelhafte Erweiterung des Centralcanals mit Ansamrn-
lung von Flüssigkeit nur die von Professor Len ho sek nicht genauer mitgetheilten
Fälle und die von Gail und Schüppel, woran sich der unserige Fall anschliesst. Derselbe
kam in der medicinischen Klinik in Kiel zur Beobachtung und später zur Section
Er wurde mir durch die Güte der Herrn Professoren Bartels und Cohnheim zur
Veröffentlichung überlassen, wofür ich beiden meinen Lehrern hiemit meinen Dank
a usspreche.
Der Fall betraf ein Frauenzimmer aus Kiel, welches am 16. April d. j. im
hiesigen Krankenhause aufgenommen wurde. Die Patientin, Sophie Schlichting,
67 .Jahr alt, war kräftig gebaut und gut genährt, klagte aber über heftige Schmerzen
hi allen Extremitäten, so dass sie nach ihrer Behauptung weder gehen, stehen oder
e twas anfassen könne. Doch soll sie gelegentlich, wenn sie sich unbeobachtet glaubte,
ihr Trinkglas etc. in die Hand genommen haben. Besonders unerträglich waren an
geblich die Schmerzen, wenn sie von der Wärterin, behufs Veränderung ihrer Lage
ungefasst wurde. Das Sensorium war frei, die Kranke war auch häufig heiter gestimmt
ünd konnte dann über ihren Zustand lachen und scherzen. Doch verfiel sie dann
häufig in die entgegen ;esetzten Gemüthsstimmung, indem sie ihre Zimmergenossinnen
') Archiv gen. IIP Serie Tom. 1. Mars 1838. Pap. 287 und figd. Auch Schmidt’s
Jahrbücher. Jahrgang 1838. 20tor Band, pag. 285 und figd.
") Journal des Progres etc. XI 1822.
3 ) Virchow’s Archiv XVI. pag. 414 und 450,
4 I Archiv für Pathologie und Anatomie 1881. pag. 735. Siehe auch Reichert’s und
Dubois Archiv.
b ) Arch. f. Heilkunde 1864.
6 J Anal. et. Physiologie du Systeme nerveaux. pag. 51.

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