Welchem Ort wir im verflossenen Jahre Gelegenheil hallen, drei Fälle solcher Bindegewebswuchmum in
to| 8 e chronischer Entzündung zu beobachten, die bei allen dreien bis zu dem Grade gekommen war
dass sie kaum den Durchtritt des kleinen Fingers durch das Darmlumen gestalteten, dessen Wände enorm
'erdickt und verhärte! waren.
Gehen wir zur Beschreibung des zweiten im hiesigen akademischen Hospital zur Beobachtung
gekommenen Falles über.
Friedr. Paulsen, 62 Jahr alt, stellte sich im Verlauf des verflossenen Semesters vor.
Anamnese: Patient leidet seil mehr als drei Jahren au Magenbeschwerden. Zuerst verminderte
s ‘ c l 1 die Esslust, die Zunge war immer belegt, bald darauf trat Pyrosis hinzu, wobei jedoch anfangs nicht
erbrochen wurde Später traten spontane Schmerzen in der Magengegend auf, die sich nach dem Essen
Ul| d bei stärkerem Drucke verschlimmerten. Nicht lange darauf wurde das Genossene wieder erbrochen
l, nd zwar allmählich immer kürzere Zeit nach der Mahlzeit. Nach dem Erbrechen verminderte sich der
Schmerz, vollständig Hess er jedoch nicht nach. Vor dem Auftreten dieser Krankheit will Patient stets
8 e $ui)d mid den Spirituosen nicht ergeben gewesen sein.
Status p läsen s: Der Bauch ist eingefallen. In der epigastrischen Grube sieht man eine
Hervorwölbung, die vom Magen, der sich in seiner ganzen Ausdehnung hart anfühlt, ausgeht. Bei der
Betastung dieser Hervorwölbung, welche durch eine nach unten convexe Linie gegen den unteren weiche»
* * le *l des Bauches scharf abgegrenzl ist und bei der Percussion einen hellen lympauilischen Schall giebl,
'-'kommt man das Gefühl, als ob man einen mit festen elastischen Wandungen versehenen kugelige»
kbrper berühre. Dieser Körper wurde bei tiefer Inspiration nach abwärts und bei der nachfolgenden
Exspiration nach aufwärts bewegt. Ein geringerer Grad von Hydrops ascites wird constatirt. Die Aus
kultation und Percussion der Lungen ergeben keine nennenswerthe Abnormität. Die Herztöne sind leise
aljer rein; die Leber ist nicht vergrösserl; der Urin enthält kein Eiweiss. Es wird dem Patienten der
Hath gegeben, sich in’s Hospital aufnehmen zu lassen, dem er auch Folge leistet.
Die Diagnose, die am Ende nur zwischen Carcimon und Cirrhose schwanken konnte, wurde auf
"kgencirrhose gestellt. Die längere Dauer der Krankheit und die gleichmässige diffuse Härle des ganzen
Eugens bei glatter Oberfläche, die Aufgetriebeuheil und Resistenz des Epigastriums schlossen die Diagnose
urciiiom aus. Ferner scheint auch die grosse Appetitlosigkeit, das constanle Erbrechen, der sonore
1) ’
e|, cussionsschall und die freie Beweglichkeit des Magens, der doch beim Carcjnom, zumal da die Krank-
* le ' 1 so lange gewährt hat, wahrscheinlich durch endzündliche Adhäsionen verwachsen wäre, die gestellte
Diagnose zu bestätigen; insbesondere aber der Umstand, dass der Umfang des Tumors zu allen Zeiten,
sowohl vor als nach der Mahlzeit ganz der gleiche blieb.
Ordination: Möglichst kräftige, leicht verdauliche Diät; ferner Jodkalium mit Jod in folgender
l '° r m: Kalii jodat. 5,0 Jod. pur. 0,5. Aq. dest. 300,0 M. I) S. Viermal täglich einen Esslöffel voll zu
"'dimen; ausserdem verdünnte Salpelersalzsäure vor jeder Mahlzeit.

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