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Die eigentümlich warzige Beschaffenheit der Magenschleimhaut setzte sich
noc h einige Zoll weit in den sehr verengerten Zwölffingerdarm fort. Leber ziemlich
klein mit scharfen Rändern. Der Dünndarm eng zusammengezogen. Irn Darm befand
s,( *h ziemlich viel gallig gefärbter Schleim. Das coecurn war vollständig platt gedrückt.
Wne Schleimhaut mit geschwollenen Solitärfollikeln wie mit Graupen besäet.
Die mikroskopische Untersuchung des Mageninhalts zeigte zahllose Pakete von
‘Weinen in dem grützähnlichen Sediment. Es fand sich davon jedoch bei wiederholter
Untersuchung der Schleimschicht, welche nach mehrmaligem Abwaschen die Magen
schleimhaut noch überzog, kein einziges Exemplar in dieser Schicht.
Die Bestimmung des gegen Gastrectasie einzuschlagenden Heilverfahrens hängt
v °n der Erkenntniss des ihr zu Grunde liegenden primären Leidens ab. Vor allen
Gingen muss eine strenge und passende Diät eingeschlagen werden. Ist Fresserei
and Völlerei die Ursache, so ist diese Krankheit unheilbar, wenn nicht der Patient
seinen üblen Gewohnheiten entsagt und ausschliesslich Nahrungsmittel zu sich nimmt,
Welche den Magen nicht durch ihre Masse belasten und wenn er nicht strenge Regel-
Lässigkeit in der Aufeinanderfolge der Mahlzeiten beobachtet. Man ist meistens ge-
abthigt gelinde Abführungsmittel anzuwenden und hierzu ist besonders das Karlsbader
Zu empfehlen, weil dieses zugleich auf den Schleim, welcher sets in solch einem
-Magf.j, gg^j. an g e häuft ist, lösend ein wirkt.
Den Tonus der Muscularis des Magens in seinen normalen Zustand zurüek-
zuführen ist die Aufgabe der Theorie. Zu diesem Zweck hat man versucht und
'■'üpfohlen, Kälte, Adstringentien, Chinadecocte, Calamus, Strychnin etc. ohne vielen
Erfolg. Die Kälte wurde äusserlich und innerlich angewandt: auf die Magengegend
' v urden kalte Umschläge oder Eis gelegt; bei der innerlichen Behandlung machte
S( dner Zeit die Petrequin’sche Eismilchkur (man liess die Patienten Milch trinken,
man im Augenblick des Trinkens gestossenes Eis zusetzte) viel Furore. Das
Strychnin ist von Dyplay vorgeschlagen; dieser verordnete es innerlich und ender-
r, ‘atisch.
Ist eine Pylorusstenose der Grund zur Magenerweiterung, so wird keine Hoff-
üurig 2ur vollständigen Wiederherstellung sein und das Verfahren wird sich auf ein
P a lliatives beschränken. Man wende Narcotiea gegen allzu grosse Schmerzen an..
Dies war die Therapie, deren man sich bis vor wenigen Jahren gegen die
Gastrectasie bediente. Man änderte dieselbe zuerst hier, wie ich in einer Schrift des
Herrn Dr. Jürgen sen *) Ueber das Schrotsche Heilverfahren lese, als Professor
h ° ,
' a rtels die Erfahrung gemacht hatte, dass ein an Gastrectasie leidender, hier ohne
Erfolg behandelter Kranker in einer Schrot’schen Heilanstalt Genesung fand. Als
Grund der Heilung nahm man eine Entlastung der erkrankten Magenhäute, wie
sie
*) Ziemsen und Zenker’s Archiv Bd. 1.
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