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herbeiführen. In allensolchen Fällen mag ein chronischerKatarrh der Magenschleimhaut als
Nebenwirkung der Ueberladung zu dauernder Erweiterung der Magenhöhle wesentlich
beitragen, indem durch denselben auch in der Muskelhaut eine Ernährungsstörung
angeregt und dadurch deren Function alterirt wird.
Bei Weitem die häufigste Ursache der Erweiterung des Magens ist die Veren
gerung des Pylorus. Eine Pylorusstenose aber kann durch Wucherungen von kreb-
sigen Geschwülsten, durch Schleimhautpolypen, durch den Druck von Geschwülsten
in der Umgebung des Pförtners, durch vernarbende runde Geschwüre etc. etc. her
vorgerufen werden. In der Sehmidt’schen Encyclopädie *) fand ich von J. Franck
die Meinung ausgesprochen, dass ein vermehrter Blutzufluss zu den Magengefässen
das doppelte Leiden sowohl Pylorusverengerung als Magenerweiterung erzeugen könne-
Chymi enim et alimentorum copia, sagt er, etsi pylori scirrhus progression! illoruin
obstet, neutiquam stomachum ainplificabit, quum aegri ab ipso hujus rnorbi initio
ciborum aversione laborent, et eo senescente pauca, vi assumpta, vomitu rejiciant*
Porro ventriculum allato in casu, non mechanice dilatari, ex eo potissimum elucet,
quod ejus crassitudo in longitudinem extensa plerumque non absumitur.
Wenn nun aber der Ausgang, zu dem die peristaltischen Bewegungen des
Magens den chymus und die Speisereste drängen, sehr verengt ist, so wird natürlich
die Muskelkraft, welche verbraucht wird, eine verstärkte sein müssen und es wird
unter ganz denselben Verhältnissen eine Hypertrophie und Erweiterung des Magens
entstehen müssen, wie bei Stenose der aorta oder der Pulmonalarterie je der linke
oder rechte Herzventrikel hypertrophirt und dilatirt wird.
Der Grad der Ausdehnung des Magens ist natürlich ganz verschieden; ein
geringer Grad derselben reicht jedoch hin, um das Uebel bei längerem Bestehen
immer zu verschlimmern. Man hat Magen gefunden, und ein solcher Fall wird von
Jadon berichtet, in dem derselbe 90 Pfund Flüssigkeit enthalten hat. Der erweiterte
Magen überragt oft alle Eingeweide und in Folge der schweren in ihm enthaltenen
contenta findet sehr oft eine Lageveränderung Statt. Pylorus und cardia werden ein
ander genähert; die grosse Curvatur bis auf den Rand des kleinen Beckens herab
gezerrt: die kleine Curvatur erscheint im Verhältniss zu der grossen weniger ausge
dehnt. Leber und Milz findet man vielfach verkleinert; der Grund hiervon scheint in
einer mangelhaften Ernährung, welche dem ganzen Körper und somit auch diesen
Organen zu Iheil wird zu liegen. Was ein solcher Magen enthält, woher wahrscheinlich
die Flüssigkeit, welche man immer findet, rührt, darüber werde ich mir erlauben,
später noch einige Worte zu sagen.
Wenn wir die hauptsächlichsten Ursachen, aus denen eine Magenerweiterung
) Schmidt’sche med. Encyclop. Bd. VI.

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