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Der Spitzenstoss fand sich im 5. Intercostalraum eben vor der Axillarlinie. Es wurden dem
J atieuten die beträchtliche Quantität von 40(X) C. C. Eiters entleert.
Der Sectionsbericht über einen jungen Kaufmann J. B., welcher mit einem Tumor lienis j„
^olge von Malariainfection im Jahre 1867 hieselbst aufgenommen wurde, später aber einer hinzu
getretenen Pericarditis und Pleuritis erlag, tlieilt mit, dass der ganze linke affieirte Pleurasack zu
einer enormen Blase ausgedehnt war, deren rechter Rand auf der Höhe der 4. Rippe die Mittellinie
des Körpers um 9 Ctm. überragte. Zudem war das Zwerchfell links bis zur 12. Rippe hinab
gedrängt und die linke Lunge war vollständig luftleer und comprimirt dem Mediastinum fest angeheftet
In ähnlicher Weise, wie ein Pleuraexsudat, wirkt unter Umständen der Pneumothorax auf
das Mediastinum ein. Die erste Wirkung der in den Thoraxraum eingetretenen Luft ist eine
detraction der betreffenden Lunge in derselben Weise, wie wir dieselbe bei den Pleuraexsudaten
Wa hrnehmen können. Die Luft strömt, durch die Elastizität der Lunge getrieben, aus dem ent
standenen Riss in den Pleuraraum ununterbrochen aus, bis der Punkt der grossmöglichsten Retraction
0 ’’»'eicht ist. „Dann tritt aber“, wie es von Scoda in seiner Abhandlung über Percussion und Aus
cultation pag. 304 beschrieben worden, „ein Moment ein, wo die Luft noch mit der Inspiration aus
dir Contrahirten Lunge in die Pleurahöhle eingetrieben wird, und dies währt so lange, bis auch die
stärkste Inspiration keine Erweiterung des betreffenden Pleuraraumes mehr zu bewirken im Stande
,st - Für die grosse Mehrzahl der Fälle kann keine Luft aus der Brusthöhle zurück und es beruht
dies auf der Eigenthümlichkeit der Rissöffnung, welche sich eben nur beim Einathmen bildet, sofort
'’her i n Folge des Drucks, den die in der Pleurahöhle enthaltene Luft beim Inspiriren auf deren
L andungen und somit auch auf die ganze Oberfläche der Lunge ausübt, verschlossen wird.“ Durch
diese bedeutende Ansammlung von Luft, die unter hohem Druck steht, wird eine verdrängende
K’äft auf die Nachbarorgane ausgeübt und namentlich auf das Mediastinum, da hier der Gewichts-
di’uck, den wir bei pleuritischen Exsudaten auf dem Zwerchfell lasten sahen, wegfällt, indem die
I-mft sich nae j 1 a ii en Dimensionen zu expandiren strebt. Unterstützt wird die Verschiebung des
Mediastinum aber ferner noch durch ein wichtiges Moment; „es retrahirt sich nämlich nach Scoda
c>) auch die gesunde Lunge bis zu dom Grade, als eben das Mediastinum verschiebbar ist (wie
' las sch <>n oben bei der Besprechung der Wirkung tropfbar flüssiger Ergüsse in den Pleurasack
'iivorgehoben ist ) and zieht so eine neue Portion Luft in den vergrösserten Brustraum, wozu di,,
heftige Dyspnoe wesentlich beiträgt.“ Wenn ich nun noch hinzufüge, dass sich zum Pneumothorax
meist ein pleuritisches Exsudat hinzugesellt, so wird ersichtlich, dass die Verschiebung dos
Mediastinum bei Pneumothorax eine sehr ausgiebige werden kann. Als Beleg dafür führe ich einen
^ ectiousbefund au, der im Jahre 1853 an einem jungen Mann gemacht wurde, welcher an Tuberai-
0818 Pulmonum zu Grunde ging. Es heisst darin an der betreffenden Stelle: „Der Percussionsschall
l ] ecllts war b is nahe au den Rand der kurzen Rippen hell und laut, während links auf der Höhe
er 6. Ripp e s i c h eiue beträchtliche Dämpfung bemerkbar machte. Es wurden zuerst die Rippen-
uorpel linker Seits durchschnitten, das linke Stenio-Claviculargelenk getrennt und nun das Brust-
bein aufgehoben. Jetzt zeigte sich, dass der rechte von Gas enorm ausgedehnte Pleurasack, wie
?' Ue gespannte Blase, das Mediastinum verschiebend bis zur Verbindung der Rippe mit den Knorpeln
M’nke Thoraxhälfte hineinragte. Die linke Lunge war durch diesen Eindringling bis an die,
11- belsäule zurückgedrängt. Ebenso hatte das Herz aus seinor normalen Lage weichen müssen
u*ul erst in der Gegend der linken Brustwarze sich behauptet.

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