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über der rechten Lunge hinten gar kein, vorn nur sehr schwaches Athmungsgeräusch zu hören war.
Meistens waren die dyspnoetischen Anfälle verbunden mit allgemeiner Uebelkeit und Erbrechen
Von Speiseresten. Einmal wurde mit einem Hustenanfall eine rothbraune Masse ausgeworfen; bei
mikroskopischer Untersuchung liess dieselbe jedoch nichts Besonderes erkennen.
Harn wurde vom Patienten immer nur in geringer Menge gelassen; derselbe enthielt
weder jemals Gatlenbestandtheile, noch Eiweiss. Der Stuhl war nur im Anfang diarrhoich, von
normaler Farbe, ohne fremde Beimengungen.
Das Allgemeinbefinden war anfänglich wenig gestört. Allmählich wurde der Schmerz im
fechten Hypochondrium, sowie die Athmungsnoth immer quälender. Der anfänglich noch gute
■Appetit wurde allmählich schlechter: dem entsprechend zeigte sich auch die Ernährung beeinträchtigt,
die früher dicken Venenstränge waren weniger mit Blut gefüllt.
Vom Tage seiner Aufnahme, also vom 30. Juni an bis zum 15. Juli zeigte der Kranke
et was erhöhte Temperaturen. Die abendlichen Exacerbationen schwankten zwischen 38° bis 38,6°.
Am Morgen ging die Temperatur meistens bis zur Norm herab. Vom 15. Juli bis zum 5. Aug.
Ze igten sich keine Abweichungen von der Norm. Am 5. Aug. wurde der Patient wieder fieber-
^Mtj an diesem Tage stieg die Temperatur bis zu 39,2°, am 6. und 7. Aug. sogar bis zu 39,4°.
kin Grund für diese Erscheinungen war nicht nachzuweisen. Allerdings hatte Erbrechen statt-
gefunden , auch wurde über Schmerzen im Leibe geklagt, jedoch waren diese Schmerzen von so
geringer Heftigkeit, dass man sie nicht wohl für peritonitische Symptome ansehen konnte.
Die fieberhaften Temperaturen blieben bis zum Tode des Patienten und kehrten auch am
Morgen nicht mehr zur Norm zurück. Der Ascites nahm in auf lallender Weise zu, die Beine zeigten
s 'ch stark geschwollen. Die Schmerzen wurden immer heftiger empfunden, die Athmungsnoth stieg
a ufs höchste. Der Patient sah elend und verfallen aus. Der Puls blieb bis zum Tode voll und
kräftig und zeigte 120 Schläge in der Minute. — Am 9. Aug. Abends 8 Uhr befand sich der
Kranke in höchster Athemnoth; Athmungsgeräusche waren nur noch in den obern Lappen beider
Lungen schwach zu vernehmen. Gegen 10 Uhr erfolgte der Tod, nachdem noch vor einer Viertel
ende der Kranke verhältnissmässig wohl angetroffen war.
Die enormen von den untern Extremitäten über Bauch und Brust sich fortsetzenden
Venenstränge, sowie die um den Nabel in vielfachen Windungen herumziehenden Venennetze
tuteten auf eine Behinderung des Kreislaufs sowohl namentlich im Gebiet der aufsteigenden Hohl-
a der, alg auch der Pfortader. Der Grund dieser Kreislaufsstörung lag ohne Zweifel in der
u^cessiven Vergrösserung der Leber, welche sowohl die aufsteigende Hohlader bei ihrem Durchtritt
u uter den Spigelschen Lappen, als auch die Pfortader cornprimirt haben konnte.
Die Vergrösserung der Leber war eine so hochgradige, wie sie nur durch Krebsgeschwülste,
Kchinococcen, amyloide Degeneration und Leuchaemie bewirkt werden konnte. Gegen die Annahme
ej uer Speckleber, wie auch der Leuchaemie sprach die fühlbare, höckerige Beschaffenheit der Leber;
a usserdem fehlten dafür alle aetiologischen Momente. Es blieb demnach nur die Wahl zwischen
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vai 'cinom und Echinococcus.
Es lag allerdings jetzt am nächsten, an Carcinom als die unter diesen beiden Geschwülsten
atn häufigsten verkommende zu denken. Gegen diese Annahme sprachen jedoch das jugendliche
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