ro
Auf den normal gefärbten Schleimhäuten des Mundes und Rachens sind keine
Narben zu entdecken.
Die Percussion ergiebt nichts Abnormes. Die Auscultation überall vesiculäres Athene
Herzdämpfung normal. Herztöne rein.
Leber nicht vergrössert.
Milzdämpfung nicht vorhanden.
Urin, nicht auffällig gefärbt, enthält kein Eiweiss.
Drüsen nirgends geschwollen.
Den 2ten Fall von partiellen Albinismus sah ich bei einem 18jährigen Mäd
chen, das wegen Arthitris deformans in das hiesige akademische Krankenhaus auf
genommen äst.
Die Eltern und Geschwister zeigen keine Anomalie der Hautfärbuno-.

Erst im lOten Jahre wurden auf der Haut des Mädchens pigmentlose Stellen
entdeckt. Die Zahl derselben blieb unverändert, an Umfang aber nahmen
sie zu. Auch hier geschah die Vergrösserung ohne irgend welche Beschwerde für
die Patientin.
Es findet sich jetzt auf dem processus ensiformis ein weisser Fleck von der
Grösse eines halben Silbergroschen. Unmittelbar unter dem Nabel ist eine ungefähr
dreieckig gestaltete Verfärbung von der Grösse eines Zweithalerstückes. Zu beiden
Seiten ungefähr an den gleichen Stellen finden sich dieselben Veränderungen, aber
nur von der Grösse eines halben Silbergroschen.
In der Hüftgegend über den Gelenkköpfchen beider Oberschenkel und auf
correspondirenden Hautparthien der Hinterbacken sind einige pigmentlose Inseln von
Wallnuss- bis zur Handtellergrösse. Auf dem rechten Unterschenkel ist eine hand
grosse wejsse Stelle.
Der übrige Körper ist normal pigmentirt.
Es bestätigen demnach die zwei eben beschriebenen Fälle die Beobachtungen
von Simon, indem sowohl ein Auftreten neuer, als auch ein Wachsthum bestehender
Flecken vorkam, was Beides von Bären sprung bezweifelt wurde. Abweichend von
dem ersten Autor, übereinstimmend mit dem zweiten ist das Verhalten der Augen,
die in beiden Fällen an der albinistischen Entfärbung nicht Theil nehmen. Die von
beiden Beobachtern angeführte Veränderung der Haare fand sich bei Keinem der Be
troffenen. Dagegen macht sich die von S im on und Bär en spr un g hervorgehobene
Symmetrie in der Anordnung der albinistischen Veränderungen auch hier geltend. —
Diese Symmetrie dürfte bei einem Forschen nach dem wahren Wesen und
eigentlichen Grunde des Albinismus partialis unsere Aufmerksamkeit auf die Centren
des Nervensystems lenken, wenn nicht das Fehlen jeglicher Art Erscheinungen von
Seiten dieser Organe auch eine solche Vermuthung als eine nicht hinlänglich zu be
gründende hin3tellen würde.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.