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„Der partielle Albinismus beruht auf einem Mangel des natürlichen
„Pigments der Haut; Vitiligo dagegen beruht auf einer schleichenden Ent
zündung der Haut und der Bildung eines Exudats, das sich in der Folge
„zu einem bleibenden, narbenartigen Gewebe organisirt.“
Eine Verwechslung des Albinismus partialis mit Narben ist nicht gut möglich,
da diese von den albinistischen Parthien sich durch den Mangel der Haare und Haut-
poren, durch die festere Consistenz der Haut und durch die wulstige, strangförmige,
höckerige, grubige Beschaffenheit unterscheiden.
Die Verfärbung kömmt, wie die microscopische Untersuchung zfeigt, dadurch
zu Stande, dass das Pigment in den Zellen der Schleimhaut der Epidermis fehlt.
Im Uebrigen ist die Textur der Haut eine normale.
Die Therepie hat keine Erfolge aufzuweisen
Von den 2 Fällen, die ich zu beobachten Gelegenheit habe, ergiebt bei dem
ersten die Anamnese und die Aufnahme des Status praesens Folgendes:
Der Knabe Christian Holm, 15 Jahr alt, brünnetten Teints, besitzt einen
ziemlich kräftigen, wohlgebauten und schlanken Körper. Die Grosseltern sowohl wie
die Eltern des Knaben sind stets gesund gewesen und haben nie die geringste Eigen-
thümlichkeit in ihrer Hautfärbung bemerkt. Bei der Geburt des Kindes und in den
ersten Lebensjahren ist nichts Auffälliges an dem Körper desselben zu entdecken g e '
wesen. Erst im 6. Lebensjahre wurde im obern vordem Drittel des linken Ober
schenkels eine weissliche Verfärbung der Haut von der Grösse eines halben Silber
groschen bemerkt. Im Laufe zweier Jahre breitete sich dieselbe sowohl nach dem
Unterleibe als auch dem Knie und der äussern und innern Fläche des Oberschenkels
aus. Im achten Jahre zeigte sich eine ähnliche Veränderung an den beiden Händen,
und in den folgenden Jahren an der Brust, auf dem Rücken, dem Steisse, an den
Unterschenkeln, den obern Extremitäten, und erst im letzten Jahre im Gesichte und
am Halse.
Alle diese Flecken entstanden ohne Jucken und Schmerz, häufig unbemerkt
von dem Knaben und seinen Eltern. Die betroffenen Parthien waren nie heiss und
schiferten auch nicht ab. Während der ganzen Dauer der Entstehung und Ausbreitung
dieser Erscheinung ist das Allgemeinbefinden auch nicht im geringsten Grade gestört
gewesen.
Jetzt sieht man auf der Stirn über jedem Auge und oberhalb der Nasenwurzel
einen weisslichen Flecken von der Grösse eines Thalers. Die gleiche Veränderung
zeigen die oberen Augenlieder. Ebensolche Verfärbung zieht sich von den Mund
winkeln aus die Mitte des Kinnes freilassend über dessen Seite nach dem Halse und
bedeckt die vordem, seitlichen Flächen desselben, an denen sich noch verschiedene
pigmentirte Inseln erhalten haben, wie die beigegebene Photographie zeigt.

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