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mit der von Willan beschriebenen Affection übereinstimmt. Von dieser hat Bären
sprung 2 Fälle zu beobachten Gelegenheit gehabt. Dieselben lehrten ihn diesen
Process als eine schleichende Entzündung der Cutis auffassen, wobei sich ein Exsudat
in Form kleiner, oberflächlich hervorragender Knötchen bildet, und welcher mit einer
Organisation derselben zu einem bleibenden narbenähnlichen Gewebe abschliesst. Das
Ausfallen der Haare und ihre nicht erfolgende Regeneration deutet auf eine Theil-
nahme der Haarbälge an der Entzündung und deren endliche Obliteration. Man habe
es also bei der Vitiligo mit einer spontanen Neubildung in der Haut zu thun d. h. mit
einer Narbenbildung, der keine Ulceration vorangegangen ist. (Hierdurch tritt die
Vitiligo in die nächste Verwandtschaft zu gewissen Formen des Lupus superficialis,
mit dem Willson sie zusammenreiht.) Den meisten Dermatopathologen ist dieser
schleichende entzündliche Process unbekannt geblieben; sie haben offenbar nur die
darnach zurückbleibenden Flecken gekannt und sie mit den äusserlich ähnlichen, ihrem
Wesen nach aber ganz verschiedenen Flecken beim Albinismus partialis zusammen
geworfen.
Von dieser Farbenveränderung der Haut trennt ßärensprung den Albinismus
partialis, von dem er nach seinen 6 Beobachtungen und denen, welche er aus der
Litteratur heranziehen zu können glaubte, folgende allgemeine Schilderung entwirft:
„Der Albinismus partialis charakterisirt sich durch gleichmässig weisse Flecke,
„welche theils einzeln, theils in grösserer Zahl auf allen Theilen des Kör-
„pers Vorkommenj am häufigsten, wie es scheint, in der Gegend der äusseren
„Geschlechtstheile und an andern gewöhnlich stark pigmentirten Stellen, wie
„an den Brustwarzen, dem Nabel u. s. w. Zuweilen spricht sich in dem
„Sitz dieser Flecke eine gewisse Symmetrie aus. Auch an den behaarten
„Stellen der Haut kommen sie nicht selten vor, und dann nehmen die dar-
„auf stehenden Haare an der Entfärbung Theil und sind weiss, wie die
„Haare der Albinos. Ausser der Veränderung in der Farbe, welche von _
„einem Mangel des natürlichen Pigments abhängt, zeigt die Haut an diesen
„Stellen nicht die mindeste Abweichung von der Norm. Der Albinismus
„partialis ist wahrscheinlich immer angeboren, aber er wird in der Regel
„erst später bemerkt, wenn die übrige Haut sich stärker zu färben anfängt-
„Die dann weissbleibenden Flecken verändern sich während des ganzen
„Lebens nicht, nehmen weder an Zahl noch an Umfang zu. Die Behund-
„lung ist ohne Einfluss darauf.
„Der Albinismus kömmt sowohl bei den farbigen Raeen, wie bei den
„W eissen vor. In allen bisher beobachteten Fällen nehmen die Augen an
„dem Pigmentmangel keinen Theil.“
Zu dieser Beschreibung haben wir das Resultat der Beobachtungen Simon’s
hinzuzufügen. Abweichend von Bärensprung, der keine Theiinahme der Augen

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