Full text: (Band XVI.)

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nach ihrer Aufnahme der Schüttelfrost mit mehrfachem Erbrechen und bedeutender 
Steigerung der Schmerzen im Leibe. Die Kranke fieberte mehrere Tage heftig, der 
Leib wurde m’eteoristisch aufgetrieben, war gegen Druck äusserst empfindlich , kurz, 
es zeigten sich alle Symptome einer Puerperalperitonitis. Bei der Untersuchung dieser 
Kranken, welche über Athmungsnoth und heftige Beklemmung klagte, bemerkte Pro 
fessor Bartels ausser starkem Unduliren der Halsvenen ein auffälliges Pulsiren iw 
zweiten linken Intercöstalraunrie in einer Ausdehnung von etwa iy 2 Zoll vom Sternal- 
rande nach aussen, und gewahrte bei der Betastung dieser Stelle ausser der systo 
lischen Pulsation den deutlichen Schlag während der Diastole, der auf den Schluss 
der Semilunarklappen bezogen werden musste. Eine zufällige Betastung des zweiten 
rechten Intercostalraumes führte ihn zu der Entdeckung, dass auch hart am Sternal 
rande eine systolische Pulsation zwar weniger deutlich, als am linken Sternalrande, 
aber ebenso deutlich und scharf, wie dort, ein diastolischer Schlag gefühlt, wurde. 
Den Herzstoss fühlte man am deutlichsten im fünften linken Intercostalraum nach 
aussen von der Brustwarze 5 sichtbar war er jedoch nicht, weil diese Stelle von der 
im puerperio geschwollenen Brustdrüse bedeckt war. Bei der Percussion ergab sich, 
dass links vom Sternalrande der Schall schon am zweiten Rippenknorpel vollständig 
gedämpft erschien. Diese Dämpfung erstreckte sich parallel mit der Rippe bis l :i /2 Zoll 
weit nach links, und von hier aus nach aussen durch eine Linie begrenzt, welch« 
nach abwärts in schräger Richtung zur Stelle des Herzstosses im fünften Intercostal- 
raum nach aussen von der Mammillarlinie verlief. Auch nach rechts hinüber erstreckte 
sich die Herzdämpfüng schon auf der Höhe des zweiten lntercostalraums über das 
Sternum hinaus, und überschritt dessen rechten Rand auf der Höhe der fünften RipP e 
um einen Zoll Die Auskultation ergab im zweiten linken Intercostalraum über der 
Stelle, wo die Lungenarterie pulsirte, ein hauchendes systolisches Geräusch, ebenso 
an der Stelle des Spitzenstosses und über dem Schwertfortsatz 5 nur über der Aorta 
am rechten Sternalrande war der systolische Ton rein; während der diastolische 
überall rein, aber an keiner Stelle so laut, wie über der Pulmonalarterie gehört 
wurde. Die Kranke athmete ausserordentlich häufig und oberflächlich. Dennoch fan ( l 
man bei der Percussion der Lungen überall sonoren Schall, wohingegen das Athmung 8 ' 
geräusch an der vorderen Brustwand nur sehr schwach, hinten fast gar nicht zu unter 
scheiden war. Die Fiebererscheinungen und die lokalen Symptome der Peritonitis 
verloren sich sehr rasch und die Person befand sich schon am 17. Februar subject^ 
vollkommen wohl und stillte ihr Kind selbst. An diesem Tage waren die Pulsationen 
im zweiten linken Intercostalraum verschwunden; die Herzdämpfung begann erst unter 
halb des dritten linken Rippenknorpels und überragte den rechten Sternalrand aI ‘ 
keiner Stelle. Bei der Auskultation wurde über der Lungenarterie noch ein schwach« 8 
systolisches Sausen und ein lauter diastolischer Ton vernommen, sonst waren di« 
Herztöne überall normal.
	        
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