11
zu erzielen, um einen dauernd genügenden Effect hervorzubringen, mit der Anwen
dung vom Magen aus abwechselnd in Gebrauch gezogen worden. In der neuesten
Zeit hat man jedoch von der Benutzung dieses Applicationsweges aus verschiedenen
Gründen ganz Abstand genommen. 7 ) — Statt derselben ist dafür, wo die Anwendung
vorn Magen aus den Dienst zu versagen anfing, die Anwendung der Heilmittel mittelst
der subcutanen Injection, abgesehen von anderen durch dieselben gebotenen Vor
theilen, auch zu dem Zweck der Vorzug gegeben worden, um die Beeinträchtigung
der Wirkung durch die Gewöhnung wenigstens hinauszuschieben. Indess hat die
Erfahrung gelehrt, dass selbst dieser sicherste Weg der Einverleibung von Arznei
mitteln zur Erzielung einer Allgemeinwirkung keineswegs für längere Dauer einen
genügenden Effect verbürgt, zumal da die Grenze der ohne Nachtheil und Gefahr
anwendbaren höchsten Dosis hier eher sich einstellt, wie bei anderen Einverleibuno's-
methoden.
Ein zuverlässeriger Weg, als die sämmtlhhen bisher angeführten, um genü
gende Wirkung für längere Zeit zu erzielen resp. Gewöhnung zu verhüten, bietet sich
m der schon von Altersher bei chronischen Krankheiten von Aerzten beliebten Me
thode dar, „der Anwendung solcher Mittel, gegen welche leicht Ge-
Löhnung eintritt, nach Umständen verschieden lange arzneifreie
Zwischenräume zu interponiren.“
Man hat dies sowohl bei solchen Arzneimitteln, durch welche einzelne Secre-
tionsorgane zu verstärkter Thätigkeit angespornt werden, als namentlich auch bei
Mitteln, welche die Functionen des animalen Nervensystems herabsetzen oder anregen
8 °llen, mit Erfolg versucht. So hat man beispielsweise bei Lähmungen, wenn überall
d ß r Gebrauch der Strychninsalze dabei indicirt war, dieselben auf einem der üblichen
Applicationswege, mit kleiner Dosis anfangend, bis zur, den Verhältnissen nach, statt
hafteren höheren Dosis steigend und dann wieder bis zur Anfangsgabe abfallend mit
darauf folgender kürzerer oder längerer Arzneipause wiederholt mit Nutzen in An
wendung gezogen. Wenn dann bei Wiederholung des Mittels der Effect ein zweifel
hafter wäre, so würde man, nach stattgehabter Arzneipause, die oben angeführte erste
Methode, ein ähnliches Mittel zu substituiren, zur Ausführung bringen können. Dem
gemäss würde bei der Epilepsie, nach längerem Gebrauch der Atropinsalze und statt
gehabter Arzneipause, sich die Anwendung des Kalium bromatum, bei Lähmungen
Nach der Anwendung des electrischen Stroms und einem arzneifreien Zwischenraum
der Gebrauch der Strychninsalze empfehlen.
Zu erwähnen ist noch, dass man, zur Sicherstellung der Wirkung beim Ge
brauch des Magens als Applicationsorgan, bei einem gewissen Grade von Anästhesie
~) Vergl. Rudolph Buchheim, Lehrbuch der Arzneimittellehre. Leipzig 1853 — 56. Pag, 73,

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.