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Zeit eine befriedigende Wirkung zu sichern. Hierfür sind in derartigen Fällen vor
züglich die Tincturen, unter diesen besonders die Tinct. digitalis aetherea, das Acetum
digitalis (öfterer frisch bereitet und bei gleichzeitigen hydropischen Affectionen als
Zusatz zu Brausemischungen), vielleicht auch das als besonders wirksam gerühmte
Extr. digitalis spirituosum die geeigneten Mittel.
In ähnlicher Weise pflegt man auch bei Behandlung der Gicht wohl mit den
Präparaten des Bulbodium und der Semina Colchici, nämlich mit dem Acetum Col-
chici, der Tinct. und dem Vinurn sem. Colchici, sowie mit dem besonders in England
gebräuchlichen Extr. Colchici rad. zu alterniren.
Endlich ist auch hier der Hysterie zu gedenken, bei welcher man nicht nur,
wie oben angeführt, unter den einzelnen Mitteln selbst, sondern auch unter den Prä
paraten derselben, zur Verhütung der Gewöhnung, Abwechslung eintreten lässt. B el '
spielsweise beginnt man den Gebrauch der Valeriana mit dem Theeaufguss, lässt die
Tincturen (Tinct. Valerianae, Valerianae aetherea, Valerianae ammoniata) folgen, geht
schliesslich, wenn die Localisation einzelner Erscheinungen oder Störungen der Kreis,
laufsthätigkeit oder Anämie, wie so häutig, es erheischen, sogar zum Gebrauch bal-
driansäurer Salze, wie des Bismuthum valerianicum (bei cardialgischen Symptomen)
oder des Chininum oder Ferrum valerianicum über. — Interessant ist die Beobach
tung, dass, wenn nach längerem Gebrauch der Baldrianpräparate eine Indifferenz da
gegen eingetreten, bisweilen, nach einem längeren arzneifreien Zwischenraum, die
erneuerte Anwendung des Wurzelpulvers, selbst in verhältnissmässig kleiner Dosis,
zufriedenstellende Wirkung wieder zur Folge hatte.
Nicht minder hat man auch wohl „zum Wechsel des Applications-
organs,“ um Gewöhnung zu vermeiden, seine Zuflucht genommen. — In dieser
Hinsicht wurde statt des Magens der Mastdarm oder eine von der Epidermis befreite
Hautstelle oder neuerdings, wo es thunlich nach der Beschaffenheit des Mittels, die
subcutane Injection gewählt. Der reine Mastdarm hat bei Mitteln, die zu ihrer Re
sorption nicht zuvor der Mitwirkung des Magensecretes oder der in den Dünndarm
ergossenen Secrete bedürfen, den Vortheil rascherer und vollständigerer Resorption-
Hindernisse der letzteren, wie sie bei gewöhnlicher Application durch den Magen,
bei Catarrhen des letzteren und bei Darmcatarrhen so oft vorhanden sind, kommen
im return seltener vor. Das Gesagte bezieht sich vornehmlich auf die Anwendung
der Narcotica und von diesen insbesondere auf den Gebrauch des Opiums, das dess-
halb per rectum auch einer geringeren Dosirung bedarf. — Dasselbe gilt z. B. auch
von der Anwendung der Asafoetidaktystire bei Hysterie statt der Anwendung durch
den Magen.
Die sogenannte endermatische Heilmethode ist ebenfalls früher wohl bei
Neuralgieen und Paresen, ausser in der vermeintlichen Absicht durch Application in
unmittelbarer Nähe des leidenden Organs raschere und sichere Wirkung auf dasselbe

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