excentrischer Hypertrophie und Degenerationen der Muskelsubstanz, entgegenzuwirken.
Gemeint ist die Anwendung des Liquor anodynus, des Liquor nervinus und Liquor
cornu cervi succinatus.
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In gleicher Weise, wie bei den genannten chronischen Herzkrankheiten, sind
wir besonders im späteren Stadium der Lungenschwindsucht auf passenden Wechsel
zwischen denjenigen Mitteln angewiesen, welche zur Verminderung der reflectorischen
Hustenanfälle, zur Herbeiführung des Schlafs und zur Erleichterung der Expectoration
dienlich sind. — Unter den Narcoticis hat das Opium in Substanz oder als Extr.
opii aquosum, wie auch die Morphiumsalze entschieden den Vorrang, demnächst das
Extract, hyoscyami seminum; von geringerem Erfolge zeigen sich die blausäurehalti
gen Mittel, noch zweifelhafter ist die Wirkung des Extractum Cannabis indicae. •—
Von den Opiumpräparaten verbindet aber vor Allem die Tinct. opii benzoica am
Besten die Wirkung, den Hustenreiz zu mindern, mit der, die Expectoration zu för
dern und ist sie bei ihrem geringen Opiumgehalt dreist theelöffelwcise zu reichen. —
Bei keiner Krankheit aber ist der Arzt zur symptomatischen Ermässigung neuralgischer
und spasmodischer Erscheinungen mehr auf Wechsel passender Mittel angewiesen, wie
bei der Hysterie. Hier wird mit den flores Chamomillae vulg. der Anfang gemacht,
dann zur rad. Valerianae in den verschiedensten Formen fortgeschritten, auch wohl
herba Chenopodii ambrosioides interponirt, dann endlich Castoreum und Asa foetida,
angewendet. Diese Krankheit ist es auch vornehmlich, welche zu der sehr zweifel
haften Bereicherung des Arzneischatzes mit den verschiedensten baldriansauren Salzen
Veranlassung gegeben hat; — (Ammonium valerianicum, Atropinum valerianicum,
Bismuthum valerianic., Chininum valerianic., Ferrum valerianic., Zincum valerianicum.)
Ein zweites Mittel, die Gewöhnung zu verhüten,- hat man „im Wechsel
der Form und der Präparate des Mittels“ zu erkennen geglaubt. Was die
Form anlangt, so kann dieselbe wohl nur in so fern in Betracht kommen, als von
derselben die raschere oder langsamere, vollständigere oder weniger vollständige Re
sorption abhängt und durch dieselbe bei manchen Mitteln nicht nur unangenehme
Eindrücke auf Geschmacks- und Geruchsorgan, sondern auch lästige Nebenwirkungen
auf die V erdauungsorgane, besonders auf den Magen, vermieden werden können. Ein
Wechsel der Präparate aber vermag allerdings, wenigstens für eine verschiedene Zeit
lang die Gewöhnung hinauszuschieben. — Es enthalten dieselben nämlich je nach
ihrer Bereitung, besonders nach dem V erhalten der einzelnen Bestandtheile zu den
verschiedenen Menstrua, die verschiedenen wirksamen näheren Theile des Mittels in
grösserer oder geringerer Menge, so dass in den einzelnen Präparaten bald mehr die
Wirkungsrichtung des einen oder anderen Bestandtheils oder mehrerer zugleich siche
rer verbürgt wird. Man kann daher durch abwechselnden Gebrauch verschiedener

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