Sehr verschieden ist das Verhalten des Blutergusses in Bezug auf die
benachbarten soliden oder hohlen Organe. Es kommt hierbei besonders in Betracht,
°b das Gefässrohr gesund oder erkrankt war. In ersterein Falle pflegt die Blutung
S1 °h nur in das die Aorta umgebende Zellgewebe (Mediastina, retroperitoneales Binde
gewebe zu ergiessen, falls nicht bei sehr grosser Heftigkeit einer einwirkenden Gewalt
zugleich Rupturen in den anliegenden Organen entstanden. Ganz besonders häutig aber
pflegen Blutung en aus berstenden Aneurysmen in ein oder mehrere Organe zu
folgen und hat dies seinen Grund darin, dass der mechanische Reiz, welchen das
sich immer mehr erweiternde und vom pulsirenden Blute stets erschütterte Aneurysma
at, t d^e Nachbarorgane ausübt, zu oberflächlichen Entzündungen ihrer Hüllen und
zur Verlöthung derselben mit der Wand des aneurysmatischen Sackes führt. Man
bat unter solchen Umständen schon Blutungen beobachtet: in die Pleurasäcke, die
Bungen, die Bronchien, das Pericardium, in den Oesophagus, die Trachea, die Vena
c ava sup., die art. pulrnonalis, in’s Herz, besonders den rechten Ventrikel, in seltneren
Fällen auch in andre Herztheile. Lebert führt einen Fall an, wo sich die Berstung'
111 den rechten Ventrikel mit der in die a. pulm. eombinirte. Weiter erfolgten
Blutungen in’s Duodenum, in’s Cavurn peritonei, in die vena cava inf, in’s Colon, in
den Wirbelkanal, in das Nierenbecken. Recht häufig dringen Aneurysmen, namentlich
Aorta thoracica bis an die äussere Haut vor, und rufen bisweilen daselbst Ab-
Sc esse hervor, welche schon zur unvorsichtigen Eröffnung des Sackes geführt haben.
^ei$t wird das die Kuppe des andringenden Sackes bedeckende Hautstück brandig,
stö »st sieh ab und eine lebensgefährliche äussere Blutung tritt ein.
Die Gelegenheitsursachen der Rupturen können sehr verschiedene sein.
Bun spontan entstehenden pflegt häufig eine Steigerung der Herzthätigkeit in Anlass
heftiger psychischer Aufregung oder physischer Anstrengung vorausgegangen zu sein,
h' andern Fällen bestand ein Herzfehler, wie z. B. eine Herzhypertrophie zur Com
pensation der durch die Endaortitis deformans gesetzten Cireulationshimlernisse.
Manchmal ist eine directe Ursache gar nicht zu eruiren gewesen.
ln den indirect tr äum a ti sc h e n Fällen giebt gewöhnlich eine plötzliche und
heftig e Bewegung, wie beim Aufrichten im Bett, eine gewaltsame Erschütterung oder
Kompression des Körpers, eine Hyperext.ension der Wirbelsäule, ein Fall oder Stoss
Aon Anlass. Auch heftiges Sprechen oder Brechacte und Hustenanfälle haben schon
Aortenrupturen herbeigeführt, überhaupt alle solche physiologische Verrichtungen, hei
'huien die Bauchpresse eine. Compression der Bauchaorta und damit ein Wachsen
Blutdrucks in den obern Abschnitten des Gefässes erzeugt.
Der Ausgang ist in der überaus grösseren Mehrzahl ein sofort tödtlicher
ü,, d zwar ganz besonders in den traumatischen Fällen. Zuweilen erfolgt der Tod
Jedoch erst nach Stunden, Tagen, ja Wochen. Alsdann war die Blutung durch
Kerinnungsprocesse sistirt, hatte endlich aber doch sich von Neuem einen Weg

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