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Buhl führt noch einen Fall von Paterson an, wo nach Diphtheritis einer
Wunde Lähm ung der Extremitäten mit Ausgang in Genesung eintrat.
ln allen diesen Fällen wird ausdrücklich angegeben, dass eine diphtheritische
Affection des Rachens fehlte.
Dieses ist Alles, was ich in dem mir zu Gebote stehenden Material habe
finden können.
Wie man nun sieht finden sich nur drei Fälle, wo Sehstörungen vorhanden
gewesen: in keinem aber wurden diese als Aecommadationsparalysen erkannt, wenn
gleich es wahrscheinlich, dass dieselben nur hierin ihren Grund hatten; auch scheint
fiiernach kein einziger Fall vorhanden, wo die Lähmung sich nur auf die. Accomoda-
h°n beschränkte. In neuester Zeit hat Roser 1 ) diese Fälle benutzt als Argument
8 e gen die Identität der Wunddiphtherie und des Hospitalbrandes, da bei letzterem
niemals derartige Lähmungen beobachtet seien und Prof. Esmarch neigt sich eben
dieser Ansicht zu.
Wesen der diphtheritischen Lähmung.
Die oben angeführten Fälle sind schon oft früher (See, Trousseau, Eisen-
^änn) als beweiskräftig gegen die damals schon hie und da auftauchenden Ansichten,
sei die diphtheritische Lähmung abhängig vom Sitze der Diphtheritis im Rachen
gebraucht worden. Trotzdem wurde noch jüngst in der Berliner medicinischen Ge
sellschaft, mit Zugrundelegung eines Falles von Drüsendiphterie (im Sinne Gubler’s)
au * dem Beschränktbleiben der Diphtheritis in der Halsgegend eine geistvolle Hypo-
Ifiese von v. Gräfe aufgestellt, der sich Re mack anschloss. 2 ) Die Fälle aber von
Zähmungen nach Hautdiphtherie beweisen hiegegen mit voller Gültigkeit; zumal
Z| ernlich unabweisbar dargethan werden kann, dass die Haut- und Wunddiphtherie
^rselbe Process ist wie die Rachendiphtherie.
Seitdem Breton ne au und Trousseau auf die diphtheritischen Lähmungen
aufmerksam machten, sind eine Anzahl Vermuthungen und Behauptungen aufgestellt
w °rden bezüglich des Wesens und der Ursache dieser neuen und räthselhaften Er
lernungen. Es kann nicht irn Plane dieses kurzen Berichtes liegen, alle diese
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Hypothesen anzuführen Es handelt sich vorzüglich um die Frage, ob die diphtheri-
l'sche Lähmung centraler oder peripherer Natur sei. Die verschiedensten Hülfsmittel
Wurden zu Rathe gezogen, ohne dass man jedoch zu einem endgültigen Resultat
gelangte.
Ein Punkt jedoch, der wohl geeignet scheint, nähern Aufschluss hierüber zu
§ e ben, wurde hierauf nicht angesprochen. Prof. Völckers nun kam durch die
') Archiv für pliysiolog. Heilkunde 1869, I.
4 ) Canstatt 1865.

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