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der Erkrankung wechselte von einigen Tagen bis zu einem Monat; Maingault giebt
dieselbe an bis zu zwei Monaten, Weber sah einen Fall von einer Dauer von 6 Mo
naten; vielleicht ist in unsern Fällen die Dauer etwas abgekürzt worden durch die
energische Behandlung mit Calaber. Was nun die Häufigkeit der Accommodations-
lähmung in Bezug auf die andern diphtheritischen Lähmungen anbetrifft, so kann aus
Unserm Material nichts geschlossen werden. Nach Pagenstecher aber ist dieselbe
z ugleich mit der Gaumenlähmung die häufigste. ln anderen Epidemien wieder war
SIe seltener: Roger fand sie unter 35 Fällen diphtheritischer Paralyse nur lrnal,
Maingault unter 50 17mal. Steinbomer endlich berichtet von einer Epidemie,
w ° alle von Diphtheritis Genesenen an Gaumenlähmung und fast alle, wenn nicht alle
an Amblyopie litten. x )
Zur Diagnose.
Die Diagnose ist häufig schon zu stellen aus dem Mangel der äusserlich sicht-
baren Linsenbewegung bei wechselnder Accommodation. Im Ganzen jedoch ist dies
8e lten, weil eben eine vollkommene Paralyse des Ciliarmuskels ziemlich vereinzelt
Stunden wird. Dem entsprechend fand sich dies Verhalten nur ein Mal bei der
diphtheritischen Accommodationsparalyse, einmal bei einer Wurstvergiftung und ferner
^ e i einem scrophulösen Kind und wurde auf der Klinik in einzelnen Fällen schon aus
diesem Verhalten allein die Diagnose gestellt. In andern Fällen wieder lässt sich nur
eine äusserlich sichtbare flache Kammer nachweisen. Andrerseits fanden sich aber
auch h alle von schwacher Accomrnodationsparese, wo die Linsenbewegung vollkommen
deutlich sichtbar gefunden werden konnte.
Ehe nun näher auf das Wesen der diphtheritischen Lähmung eingegangen
Werden kann, mögen, als sich darauf beziehend, zwei Fälle von Accommodations-
iähinung nach Wunddiphtheritis Platz finden, die als ziemlich vereinzelt in der Literatur
dastehend, eine ausführlichere Beschreibung wohl beanspruchen können.
Professor Völckers nun berichtet (darüber folgendermassen:
Im Laufe dieses Jahres hatte ich 2 mal Gelegenheit, Accommodationsparalysen
w ährend der Heilung geöffneter Wunden zu sehen, die im innigen Zusammenhang
der Beschaffenheit derselben standen, und die mir um so interessanter waren,
sie durch ihr Auftreten Aufklärung über die Natur des Uebels gaben.
Wir hatten auf der chirurgischen Abtheilung unseres Hospitals in den letzten
J ahren ab und zu das Auftreten eines eigenthümlichen Verhaltens der Wunden beob-
a °htet. Lange nach der Operation oder Verletzung traten, nachdem die Wundfläche
s Oi°n gm granulirte und der Vernarbung nahe war, plötzlich einige missfarbige Stellen
au L die sich rasch im Laufe weniger Tage über die ganze Wundfläche ausbreiteten.
') Canstatt 1861,

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