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Minderung der Sehschärfe auf herabgesetzte Sensibilität des Opticus zurück. Von
vornherein hat diese Anschauung manches für sich, in so fern die Anästhesie der
sensiblen Nerven bei diphtheritischen Lähmungen etwas sehr gewöhnliches ist- es ist
Ja auch Amaurose beobachtet, die sich kaum anders als durch Anästhesie des Opticus
erklären lässt. Diese Ansicht aber wird durch Folgendes widerlegt:
Die Herabsetzung der Sehschärfe findet sich nicht nur bei der diphtheritischen
Accomrnodationsparalyse, sondern, wenigstens in unsern Fällen, viel häufiger bei der
A<'commodationslährnung nach andern Ursachen.
Im Ganzen waren es 7 Fälle, wo Verminderung der Sehschärfe nachgewiesen
w erden konnte:
1. 14 jähr. Knabe. Diphtheritis. S == 2 /s später = 1. Pupille normal.
2. 15 jähr. Mädchen. S nicht voll nach 14 Tagen mit Calaber S—1. Pupille
normal, ebenfalls Diphtheritis.
3. 14 jähr. Knabe. Diphtheritis. S = 2 /s später S = 1. Pup. normal.
4. ISjähr. Knabe. Scrophulose. S Vs. Pup. normal, nach 12 Tagen S = 1.
5. 42 jähr. Wirth. Alkoholismus. S = 2 %o nach Calaber S = 1, nach 11 Tagen
ohne Calaber S =* 1. Pupille weit, schwach reagirend.
fi. 42jähr. Frau. Typhus. Pupille mittelweit, träge. 8 = 2 / 3 , später = 1.
7. 12jähr. Mädchen. Wurstvergiftung. 8 = 2 %o, nach Calaber 8 = 1. Pup.
normal.
Wie man sieht, stellte sich in den Fällen, wo darauf geprüft wurde, die Seh-
schärfe nach Einträuflung von Calaber vollkommen wieder her, bei in einigen Fällen
n orfiialer Pupille. Auch dieses spricht mit einiger Sicherheit gegen die Weber’sehe
-'Wicht. Völckers nun ist der Ansicht, dass sich diese Abschwächung der Sehschärfe
nur durch Astigmatismus der Linse, sei es nun regulärer oder irregulärer erklären
l'esse. Dass durch Formveränderung der Linse, über das physiologische Maass hinaus
künstlicher Linsenastigmatismus hervorgebracht werden kann, zeigt die ßowmann’sche
Beobachtung, die nach Einträuflung von Calaber gemacht wurde *) und zu unsern Fällen
ei11 gutes Gegenstück bildet. Ein hierauf bezüglicher Fall findet sich auch in der
Pensen-Völcker’schen Schrift über Accommodation, wo nach partieller Lähmung des
Biliarmuskels Linsenastigmatismus nachgewiesen werden konnte. Leider ist in den
v °rliegenden hallen eine hierauf bezügliche genauere Untersuchung versäumt worden
Ur ‘d habe ich auch nichts Sicheres in der Literatur darüber finden können. Allenfalls
ls t die Aufmerksamkeit darauf zu lenken wohl der Mühe werth.
D Klin. Monatsblätter 1863.

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